Willkommen bei der Online-Schülerzeitung des Adalbert Stifter Gymnasiums Linz!

Interview mit den Kandidaten der SchülerInnenvertretung

Am 13.Oktober 2017 fand im Stiftergym die Wahl zum/zur SchulsprecherIn statt. BuntStifter führte im Zuge der Wahl ein Interview mit den vier Kandidaten Katharina Weissenböck(7BN), Christian Hueber(7A), Flora Feichtinger(7A) und David Brandstetter(7BN) durch.

 

 

buntStifter: Warum wollt ihr in der SchülerInnenvertretung sein?

Flora: Wir haben unsere Schule sehr gern und glauben, dass man noch viele coole Sachen machen kann. Es sind ja auch in den letzten Jahren schon tolle Sachen verwirklicht worden.

Kathi: Wir hatten einige Ideen in den letzten Jahren wo wir uns dachten, dass das uns Spaß machen würde. Da bietet uns die Schülervertretung die Gelegenheiten, das umzusetzen.

Flora: Wir würden uns einfach gerne für die SchülerInnen engagieren.

David: Das Leben besteht aus Erlebnissen und diese muss man so gut gestalten, wie es geht.

Was würdet ihr als Erstes ändern, wenn die Schülervertretung ein Budget von 1000 Euro hätte?

Christian: Ich würd als Erstes den Gruppenraum fertigmachen; der ist jetzt schon seit 2 Jahren unverändert, da gehört etwas gemacht.

Kathi: Zuerst sollte man gute Überlegungen anstellen, bevor man etwas umsetzt. Ebenso die SchülerInnen sollte man fragen, was sie gern machen würden. Z.B: Ob ein Wasserkocher für den Aufenthaltsraum mehr gefragt ist oder, ob man das Geld spart und einmal etwas finanziert wovon eine Klasse profitiert.

Flora: Oder generell eine Veranstaltung.

David: Ich würde einen Kinobesuch für die Schule finanzieren und den Film "Weit" schauen.

Was sind eure Stärken und Schwächen?

Flora: Das hab ich mich vor 1 Woche schon einmal gefragt... Da muss ich zuerst überlegen

Kathi: Ich glaub, dass ich gut an Sachen dranbleiben und diese dann auch durchsetzen kann. Aber meine Schwäche ist, dass ich nicht so der Mensch bin der Gruppen mitreißt...

Christian: Das bin ich eher. Wenn ich etwas wirklich will, dann kann ich die Leute dazu bringen, dass wir das dann machen. Ähh was noch? Ich glaub, ich hab keine weiteren Stärken. Vielleicht noch, dass Leute mir vertrauen können.

David: Ich bin nicht diszipliniert. Das kann Stärke und Schwäche zugleich sein, natürlich. Mir fallen schnell mal wieder neue Ideen ein…

Flora: Ich bin recht Begeisterungsfähig und bin schnell motiviert. Es ergänzt sich perfekt, weil Kathi immer jene ist, die an Sachen dran bleibt. Und dann gibt‘s so Leute, wie den David, die Ideen haben. Mir fallen jetzt nicht wirklich meine Stärken ein...

David: Ich weiß was deine Schwäche ist: Dass du über dich selbst nicht viel weißt.

Flora: Wahrscheinlich hab ich grad eine Selbstfindungsphase (lacht). Ich rede und kommuniziere außerdem wirklich sehr gern mit Leuten.

David: Ich unterhalte auch sehr gerne Leute.

Was sind eure Hobbies?

Flora: Ich höre gern Musik und tanze sehr gerne. Gerade mache ich viele Fotos und drucke diese dann aus. Zeichnen. Ich reise auch sehr sehr gerne.

Kathi: Ich glaube, dass beschreibt uns alle ziemlich gut.

Christian: Freunde besuchen. Das ist das wichtigste. Den David besuchen. Musik hören. Tanzen. Klavier spielen und singen, auch wenn ich‘s nicht kann.

Flora: Das muss man nicht können, dass muss man einfach machen...

Kathi: Also meine Freizeit besteht zum größten Teil aus Musik. Und singen ist auch am besten, wenn keiner zuhört. Ich versuche immer wieder zu gärtnern, aber ich muss immer wieder feststellen, dass ich nicht so talentiert bin. Sonst bin ich einfach gern draußen.

David: Also ich reise sehr gern und ich beweg mich gern einmal, damit ich mich wieder richtig spüre. Ich tanze auch gern. Und fürs Fortgehen bin ich auch immer motiviert. Und sonst hör ich auch gern Musik und treff mich mit Freunden und in Linz verbringe ich gerne Zeit am Donaustrand. Außerdem: Fußball, Skifahren.

Kathi: Skitag!!!!

Was sind eure Pläne?

Kathi: Viele unserer Pläne haben wir gestern schon beim SIP vorgestellt:

  • Abschlussfest
  • Wahlfach Politik und Wirtschaft
  • Podiumsdiskussion
  • SchülerInnenvertretung sollte Geld bekommen um Veranstaltungen (Konzerte etc.) zu organisieren.
  • Skitag
  • Am Mittwoch in den großen Pausen würden wir uns in den 1. Stock hinsetzten, damit unsere MitschülerInnen mit uns reden können.
  • Briefkasten für Anliegen oder Ideen
  • Pinnwand für Neuigkeiten
  • Konzerte
  • Schulpullis
  • Kleidertausch

David: Die SchülerInnen sollten mit uns zusammenarbeiten, damit wir Ideen gemeinsam entwickeln und verwirklichen können. (...) Eine SchülerInnenband könnten wir uns gerade für unsere Schule sehr gut vorstellen.

Flora: Ja, das wäre sehr cool!

 

Danke für das Interview.

 

 

Von Fanny Scharnreiter, Johanna Enzinger und Julia Wolflehner (5B)

Podiumsdiskussion zur Nationalratswahl im Stiftergym

Neben über 50 TV-Duelle der Spitzenkandidaten gab die SchülerInnenvertretung am 11.Oktober uns die Chance direkt Kontakt mit KandidatInnen der verschiedenen Parteien aufzunehmen und diesen unsere Fragen zu stellen. So fanden sich Hermann Krist (SPÖ), Klaus Fürlinger (ÖVP), Philipp Schrangl (FPÖ), Julian Schmid (Grüne) und Judith Raab (NEOS) um 10:00 zur Diskussion in der Aula der Pädagogischen Hochschule ein.

 

Zuerst wurden die Regeln von den Moderatorinnen (Magdalena Kreil, Mira Riedl, Zarije Ademi) verlesen, die einige SchülerInnen im Publikum zum Grinsen brachten. Applaus sowie jegliche Reaktion auf die Antworten der Nationalratsabgeordneten sei untersagt, woraufhin die Podiumsdiskussion teilweise sehr starr wirkte.

 

Es wurde mit den Themenpools begonnen; Die Attraktivität der Parteien für die Jungen stand auf der Tagesordnung. Sowohl die SPÖ, als auch die ÖVP beteuerten, dass die Jugend in den wichtigsten Gremien vertreten wäre und überall gehört würde. Die FPÖ und Grünen schwanken beide um zum Thema Bildung, und erklärten an diesem Thema die Attraktivität der Partei für SchülerInnen. Judith Raab erwähnte, dass „die NEOS die jüngste Bewegung“ sei und sie einen neuen Stil in die Politik gebracht hätte.

 

Beim Thema Glaubwürdigkeit ging es zwar primär um die Silberstein-Affäre, jedoch fanden die Parteien nur versöhnliche Worte. Philipp Schrangl zeigte sich selbstkritisch und ist zum Beispiel froh, dass der FPÖ diesmal kein Skandal passiert ist. Gleichzeitig betonte er, dass die Vertreter der kleineren Regionen nicht für die Skandale des Bundes verantwortlich sind. Krist bedauerte die Vorkomnisse der letzten Wochen sehr und meinte, dass solche Skandale die wichtige Aufgabe eines Politikers äußerst erschwert.

 

Als nächsten wurde über das stets brisante Thema Bildungspolitik diskutiert. Schrangl und Fürlinger liegt die Erhaltung des Gymnasiums sehr am Herzen und beide betonten die Wichtigkeit der Bildung für die Zukunft Österreich. Krist pochte vor allem auf Lehrlingsförderung und mehr Lehrstellen, wobei er betonte, dass er kein Bildungsexperte wäre. Schmid und Raab sind sich einig, dass viel individueller auf die SchülerInnen eingegangen werden sollte. Beim Thema Universitäten, betonte Julian Schmid die Wichtigkeit der Digitalisierung für die Bildung anhand des Beispiels der Digitalen Studienkurse.

 

Einstimmigkeit herrschte beim Thema KIimapolitik und Umweltschutz: Der Ausbau der Öffis steht im großen Fokus der Parteien, sowie , dass Unternehmen Verantwortung für den Umweltschutz übernehmen müssen. Die Grünen möchten alle Verbrennungsmotoren bis 2030 vom Markt verbannen und sowie Grüne als auch Neos setzen sich für eine CO2 Steuer ein. Schrangl von der FPÖ erwähnte außerdem die Notwendigkeit des Ausbaus des Fahrradnetzes. Eine ziemlich homogene Einstellung bei diesem Thema.

 

Nur beim Thema der Alternativen Lebensformen kommen sich die Kandidaten leicht in die Haare. Schrangl beteuerte, dass die Ehe nur zwischen Mann und Frau gedacht ist und jegliche Diskriminierung ohnehin schon beseitigt wäre. Fürlinger schloss sich dieser Meinung an und zweifelte gleichzeitig an der Richtigkeit einer Umfrage des Standards, in der 62% der österr. Bevölkerung für die Ehe für Alle wären. Die Grünen und Neos sind komplett gegenteiliger Auffassung: „Jeder soll doch bitte schmusen, mit dem er/sie will“, eröffnete Judith Raab ihr Statement zur Ehe für Alle. Dem konnte sich Julian Schmid nur anschließen.

 

Am Schluss durften die SchülerInnen noch einige Fragen stellen, die sich vor allem an ÖVP/FPÖ richteten und die Migrationspolitik behandelten.

 

Nach der Diskussion führte buntStifter eine Umfrage durch, welche/r Kandidat/in die SchülerInnen am meisten überzeugt hat. Hier ist wichtig zu erwähnen, dass sich die Umfrage nur auf die Podiumsdiskussion bezieht. Sie soll nicht das Wahlverhalten der StifterschülerInnen repräsentieren. Dazu gibt es allerdings auch schon eine Umfrage.

 

Mit 59% und damit einer absoluten Mehrheit konnte Judith Raab das Stiftergym überzeugen. Weit abgeschlagen überzeugte Julian Schmid 19% der knapp 400 SchülerInnen. Klaus Fürlinger reiht sich hinter den Grünen mit 13% ein. Von 8% empfanden Schrangl als den besten Kandidaten am Podium. Hermann Krist schneidet bei dieser Umfrage am schlechtesten ab; er kommt auf schwache 4%. 

 

von Felix Strasser

Und wenn sie sich noch streiten, dann regieren sie morgen immer noch nicht!

 

In Zeiten des Wahlkampfes war es immer schon schwierig, sich eine objektive Meinung zu bilden und diese dann zu vertreten. Doch der heurige ist wohl eine Steigerung zur bereits vorhandenen Extraklasse. 

 

 


VIELES IST PASSIERT
Parteien haben sich gespalten, fusioniert und sich anscheinend reformiert. Das führte dazu, dass wir uns diesmal zwischen 5 Großparteien, SPÖ, ÖVP, GRÜNE, FPÖ, NEOS, 3 größeren Kleinparteien, PILZ, KPÖ, FLÖ, und einer Unmenge an kleinen Kleinparteien entscheiden müssen. Und das fällt einigen nicht ganz so leicht. Man will ja taktisch klug wählen, aber dann eigentlich doch wieder die Partei, die einem einfach am meisten zusagt und mit jedem TV-Duell und jeder Analyse wird die Entscheidung schwieriger.

Und auch der Wahlkampf ist dieses Jahr extra schmutzig. Es geht um die ganz großen Dinge: Vorwürfe der Steuerhinterziehung, der Fälschung, des Antisemitismus, bis hin zu Dirty Campaigning und gegenseitigen Klagen.
Niemand bleibt verschont. Warum auch, wir haben ja schließlich Wahlkampf und wenn wir ehrlich sind: wir erwarten doch genau diese Art von Wahlkampf.
Wir haben insgesamt über 40 Konfrontationen der Kandidaten + Elefantenrunden + Analysen + ZIB Spezials. Und ein jedes Duell verfolgen wir mit Spannung.
Wenn die KandidatInnen sich mit geifernden Mäulern auf ihre Unterlagen stürzen, um ihre Unterstellungen möglichst schnell publik machen zu können, jubeln wir innerlich und wenn eine Diskussion einmal doch recht informativ und sachlich ist, schlafen wir ein.
Der/die österreichische BürgerIn scheint mir sensationsgeiler denn je und die Medien haben anscheinend keinerlei Hemmungen genau das zu unterstützen.

WEIL RECHTSPOPULISMUS HALT GRAD ZIEHT
Ein weiterer Punkt in diesem Wahlkampf ist: er ist emotional.
Und zwar nicht nur im Falle der FPÖ, sondern auch alle anderen Parteien setzen, mehr oder weniger, auf Gefühle.
Sozialdemokraten und Grüne setzen auf lachende Kinder auf ihren Plakaten, ein altbekanntes Universalargumentiert in den TV-Duellen lautet: ,,Ich hab mit vielen Menschen geredet" und Sebastian Kurz argumentiert in beinahe jedem Fall mit seinen heißgeliebten Flüchtlingen.
Und damit ist er nicht allein.
Was Strache nun doch schon lange predigt, greifen nun auch andere Parteien auf. So auch die Liste Pilz mit ihrem  "Österreich zuerst"-Papier.
Doch warum?

Es geht um Stimmen, den Einzug ins Parlament, bei so manchem/r PolitikerIn auch um die berufliche Existenz.
Es geht um Angst. Angst vor Neuem, vor Fremden, vor Kulturdifferenzen, die auf den ersten Blick unüberwindbar erscheinen, und vor allem  um einen Fakt, den wir seit Jahren - vielleicht sogar bewusst - ausblenden.
Diese Angst macht österreichische Politik und unsere mühsam aufgebaute, parlamentarische Demokratie kaputt.
Ganze Parteien und Einzelpersonen ziehen ihren Vorteil aus dieser Besorgnis.
Wenn ein ehemaliger Grüner Herr Pilz sich dazu entscheidet, ein Papier zu veröffentlichen, in welchem er vorschlägt, ein Auffanglager in Jordanien zu bauen und eine Kommission an ÖsterreicherInnen hin zu schicken, um zu entscheiden wer immigrieren darf und wer nicht, kann und will ich nicht glauben, dass er das aus reiner Überzeugung tut. Er tut es, um eine breitere Wählerschaft anzusprechen.
Und genau da liegt das Problem!

POLITIK IST NICHT MEHR, WAS SIE EINMAL WAR
Wir sehen es recht gut an der Causa Silberstein. Es ist erbärmlich, ja wirklich traurig, wie einfach es der Person, die hinter diesem einzigen Wirrwarr an Vorwürfen und Geschehnissen steckt, gemacht wird, den doch wirklich wichtigen und richtungsentscheidenden Wahlkampf in den Dreck zu ziehen und zum Einsturz zu bringen. Der Wahlkampf bzw. die wichtigen Themen wie Bildungen, Migration, Umweltschutz, Steuern, Pensionen,... sind in den Hintergrund gerutscht. Sie sind nicht mehr interessant.

Es geht hier aber nicht darum, wer welche Facebook Seite betrieben hat und von wem er dafür bezahlt wurde.
Es geht um den politischen Kurs, den Österreich in Zukunft fahren wird. Es geht um eine Regierung, die unser Land stützt und aufbaut, Chancen und Chancengleichheit bringt und Österreich, nach außen wie nach innen, würdig vertritt.
Es geht um unsere eigene Zukunft.

Es geht hier aber nicht darum, wer welche Facebook Seite betrieben hat und von wem er dafür bezahlt wurde.
Es geht um den politischen Kurs, den Österreich in Zukunft fahren wird. Es geht um eine Regierung, die unser Land stützt und aufbaut, Chancen und Chancengleichheit bringt und Österreich, nach außen wie nach innen, würdig vertritt.
Es geht um unsere eigene Zukunft.

Ich denke wir müssen alle wieder einen Schritt zurücktreten, das Tempo drosseln und uns auf die wirklichen Fragen besinnen: was erwarte ich mir von österreichischer, demokratischer Politik?
Wofür soll mein zukünftiger Kanzler stehen?
Wofür soll meine zukünftige Bundesregierung stehen?
Es hat keinen Sinn, einen Schuldigen zu suchen. Es hat keinen Sinn, nun alles auf eine Partei zu schieben, die gewünschte Aufklärung wird nicht mehr stattfinden.
Auf Politik vertrauen ist schwer - aber notwendig. Nur so können wir eine Entscheidung treffen. Und diese Entscheidung braucht es!
Lass dich nicht abschrecken, von einem System, das augenscheinlich gerade in der Krise steckt. Vergib deine Stimme nicht aus Frust.

 

Geh wählen!

 

von Lena Hinterhölzl

Das Stiftergym hat gewählt!

Es ist ja kaum zu übersehen: Am 15. Oktober wird der Nationalrat gewählt und damit eine wichtige Entscheidung für die Zukunft Österreichs getroffen. Zahlreiche Umfragen, die den Wahlausgang vorhersagen sollten, wurden in den letzten Tagen/Wochen von verschiedensten Medien veröffentlicht.

Nun wollen wir als SchülerInnenzeitung wissen: Wen wählt das Stiftergym?

 

Bekanntlich ist unsere Schülerschaft sehr progressiv und weltoffen eingestellt, wofür Großteils der kreative Schwerpunkt des Gymnasiums verantwortlich ist. Als Beispiel dafür gilt z.B die Umfrage zur Bundespräsidentschaftswahl (80% für VdB) oder jene der letzten Landtagswahl, bei der die Grünen und die NEOS unaufhaltsam vorne liegen. Ob wir im Jahre 2017 ungefähr dasselbe Ergebnis vorzeigen können, zeigt nun die Auswertung von rund 430 Stimmen der Stiftergym’ler.

 

Es hat sich in den letzten 2 Jahren einiges in Österreich geändert und auch im Stiftergymnasium merkt man eine Veränderung, zwar ist sie nicht massiv, jedoch trotzdem spürbar. Die größte politische Zuneigung erreichen die Grüne längst nicht mehr; mit 14;7% Prozent reihen sie sich auf Platz 4 der Umfrage ein. Auch die NEOS können ihre Spitzenposition des Jahres 2015 nicht verteidigen und fallen mit 16,6% auf den 3. Platz. Grund dafür ist die große Dipolarisierung, die wir sowohl im ganzen Land, als auch im Stiftergym merken. Auf der einen Seite stehen jene, die eine Veränderung in Richtung Kurz/ÖVP und Schwarz-Blau wollen, und jene, die dies genau verhindern möchten.

 

2015 erreichten die Sozialdemokraten nur 2 Prozentpunkte in unserer Schule, eine große Niederlage für die eigentliche Volkspartei. Dieses schwache Ergebnis im Stiftergym kann die SPÖ 2017 wieder wettmachen. Sie erreicht insgesamt den zweiten Platz und kann sich mit 23,8 Prozent zufriedengeben. Dieser rasante Anstieg des Zuspruches lässt sich vor allem eben darauf zurückführen, dass es vielen ein Anliegen ist, Schwarz-Blau zu verhindern. Auch spielt der Spitzenkandidat eine große Rolle; Christian Kern ist mit Sicherheit der kompetenteste und eloquenteste Spitzenkandidat, den die SPÖ in den letzten Jahren in das Rennen schickte – auch wenn die Latte mit z.B Faymann nicht wahnsinnig hochliegt.

 

Nichtsdestotrotz schafft es die ÖVP mit ihrem Neo-Obmann und Spitzenkandidaten Kurz auf den ersten Platz der Umfrage. Mit 24,5% zwar nur mit 3 Stimmen Abstand zum roten politischen Gegner, jedoch ist dieses Ergebnis in unserer Schule doch sehr erstaunlich. Zwar waren die Umfragewerte für die ÖVP immer sehr hoch, jedoch konnte sie nie mit der Spitze mithalten. Diese Lage der ÖVP ist ebenso dem Spitzenkandidaten Sebastian Kurz zu verdanken. Strategisch und rhetorisch talentiert, schlägt er sich einwandfrei im Wahlkampf. Es bleibt spannend, wie sich die letzte Woche des Wahlkampfes für ihn und seine ÖVP entwickelt.

 

Weit abgeschlagen findet man die KPÖ+. Ein Bündnis der KPÖ mit den ehemaligen Jungen Grünen, das auch einige Wähler im Stiftergym findet. Genau 14 Personen möchten das Kreuz bei der „Sozialen Alternative“ machen; somit 3,3%. Ein Prozentpunkt weniger erreicht die Liste Pilz, rund um den ehemaligen Grünen Peter Pilz. Er schafft es auch (oder vielleicht genau deswegen) ohne Wahlprogramm einige SchülerInnen von sich zu überzeugen. Bedeutend dürfte sein Auftritt bei der PULS 4 Elefantenrunde gewesen sein. Dort bewies er Humor und Sachlichkeit; mit Sagern wie: „Ich habe Volkswirtschaft, Sie ÖVP studiert, Herr Kurz“, gewann er einige Sympathiepunkte bei den Zuschauern.

 

Mit 1,90 Prozent gesellt sich die rechtsliberale FPÖ zu den Schlusslichtern. Die Freiheitlichen hatten es in unserem Gymnasium schon immer schwer und können sich glücklich schätzen, überhaupt ganze 8 Stimmen zu bekommen. Dahinter reihen sich noch die WEISSEN (0,9%) und die CPÖ (welche zwar in OÖ nicht am Stimmzettel steht) mit 0,23% ein. 0,23% hätte ebenso die „Einhornpartei“ bekommen, wenn sie existieren würde.

 

 

Erstaunlich ist die Anzahl der Weißwähler und derjenigen, die noch unentschlossen sind. Jeweils rund 6% finden sich entweder überhaupt in keiner Partei wieder oder haben schlicht noch keine Entscheidung getroffen. Gespannt darf man darauf sein, ob sich diese Zahl nach der Podiumsdiskussion minimiert. 

 

von Felix Strasser

"Das WWW ist heute genauso wichtig wie das ABC" - Interview mit Landeshauptmann Thomas Stelzer

Thomas Stelzer gab für Buntstifter ein exklusives Interview, in dem wir u.a erfahren, welche Verbesserungen seiner Meinung nach am österreichischen Bildungssystem vorgenommen werden müssen und welchen Spitznamen der neue Landeshauptmann trägt.

 

 

 

 

 

Ich glaube, dass den meisten meiner Schulkollegen und Kolleginnen Josef Pühringer ein Begriff ist, da er sie ja doch ihr ganzes Leben als Landeshauptmann begleitet hat. Was Sie angeht, bin ich mir da nicht so sicher, vielleicht könnten Sie sich kurz vorstellen.

Stelzer: Ich bin 50 Jahre alt, verheiratet, habe 2 Kinder und bin studierter Jurist. Politisch stehe ich für Erneuerung. Denn die Welt entwickelt sich rasant weiter und ich will, dass Oberösterreich in dieser neuen Zeit Schritt halten kann. Dafür braucht es neue Wege in der Wirtschaftspolitik, aber insbesondere auch bei der Bildung.

 

Was wollen Sie anders machen als Ihr Vorgänger? Wollen Sie überhaupt etwas anders machen?

Stelzer: Ich habe meinen eigenen Stil. Natürlich wird es Veränderungen geben. Die neue Zeit wird Umbrüche und neue Antworten mit sich bringen. Wie Josef Pühringer will ich aber immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Menschen haben.

 

Was nehmen Sie sich für die nächsten Jahre vor, was wollen Sie konkret umsetzen?

Stelzer: Mein zentrales Ziel ist die Stärkung des Wirtschaftsstandortes – dazu müssen wir an vielen Schrauben drehen. Wir brauchen qualifizierte Mitarbeiter, ein modernes Bildungssystem und zeitgemäße Infrastruktur. Nur so kann Oberösterreich zu einer der Top-Regionen Europas werden. Die Digitalisierung muss auch in Oberösterreich weiter vorangetrieben werden.

 

Was können wir speziell in Bezug auf Bildung von Ihnen erwarten?

Stelzer: Beim PISA-Test haben die Schülerinnen und Schüler aus Oberösterreich zwar im Bundesländervergleich relativ gut abgeschnitten, dennoch brauchen wir in der Bildung weitere Erleichterungen. Ich will die Digitalisierung in die Klassenzimmer bringen. Die Schülerinnen und Schüler sollen zukunftsfit sein, damit wir wirtschaftlich international an der Spitze bleiben. Dafür braucht es Neuerungen im Bildungsbereich. Ich würde mir in dem Bereich mehr Verantwortung beim Land wünschen, etwa bei den Lehrern.

 

Welche Rolle sollen digitale Medien im Schulalltag einnehmen?

Stelzer: Das ‚WWW‘ ist heute genauso wichtig wie das ‚ABC‘. Wir müssen raus aus der Kreidezeit und rein ins digitale Klassenzimmer und dabei von Anwendern zu Gestaltern werden. Das laufende Schuljahr steht ganz im Zeichen der digitalen Bildung. In mehreren Pilotprojekten starten wir mit Mini-Computern an Volksschulen. Programmieren soll schon bald ab der Volksschule spielerisch erlernt werden.

 

Welchen Wert messen Sie der politischen Bildung als Unterrichtsgegenstand bei? Wie glauben Sie kann politische Bildung am besten an Jugendliche vermittelt werden?

Stelzer: Junge Menschen dürfen heute schon mit 16 Jahren wählen, das ist mehr als Grund genug, politische Bildung in einem eigenen Pflichtgegenstand an den Schulen zu unterrichten, vorzugsweise ab der 8. Schulstufe. Es sollte aber nicht um das Auswendiglernen von Namen der Minister gehen. Ich halte viel von Politik-Planspielen zum besseren Verständnis von politischen Prozessen. Das Thema sollte  anschaulich und spannend vermittelt werden.

 

Was wäre an dem aktuellen Bildungssystem verbesserungswürdig?

Stelzer: In Oberösterreich sind wir einen Schritt voraus – wir haben mit dem laufenden Schuljahr bei den Neuen Mittelschulen die Schulsprengel abgeschafft und mit dem Bildungskompass den Übergang vom Kindergarten in die Schule wesentlich verbessert. Aber kein Thema ist insbesondere auf Bundesebene ideologisch so belastet, wie die Bildung. Umso mehr freut mich eine mögliche Einigung auf das Autonomiepaket. Aber es gibt noch viel zu tun, als erstes müssen wir wie gesagt die Digitalisierung in die Klassenzimmer bringen.

 

Wie beurteilen Sie die Neuerungen des vor kurzem beschlossenen Schulpaketes wie Cluster-Schulen oder autonome Lehrerbestellung?

Stelzer: Ich sehe es als Weiterentwicklung unseres Bildungssystems und gehe davon aus, dass dieses davon profitieren wird. Oberösterreich steht für Pilotprojekte zur Verfügung.

 

Wie stellen Sie sich die Schule in der Zukunft vor?

Stelzer: Das Klassenzimmer der Zukunft ist digital. ich sehe Schüler, die am Tablet und PC unterrichtet werden, Volkschüler, die bereits mit den Grundbegriffen des Programmierens vertraut sind und Lehrpläne, die auf die Stärken und Schwächen der einzelnen Schülerinnen und Schüler abgestimmt sind.

 

Wie bewerten Sie die Rolle der sozialen Netzwerke in der Politik?

Stelzer: Für junge Menschen ist es eine Möglichkeit sich zu informieren und mit Politikern in Kontakt zu treten, ihnen ihre Meinung auf direktem Wege zu sagen. Auch ich nutze es, um eine weitere Möglichkeit zu haben bei den Menschen zu sein. Ich rate aber, die Informationen aus den Social Media genau zu hinterfragen und ich bin auch dagegen, wenn dieses vermeintlich anonyme Medium dazu verwendet wird, Menschen anzugreifen.

 

Der Jugendschutz ist in Österreich nicht zentral geregelt, wird also autonom von den einzelnen Bundesländern verwaltet. Das ist relativ umständlich und es wird seit einigen Monaten diskutiert, die Jugendgesetze auf Bundesebene zu regeln. Sind Sie ein Befürworter dieser Idee?

Stelzer: Ich trete für eine Harmonisierung aller relevanten Jugendschutzbestimmungen ein. Niemand hat Verständnis dafür, warum es beim Jugendschutz keine einheitlichen Regelungen gibt.

 

Momentan befindet sich die ÖVP Oberösterreich in einer Koalition mit der FPÖ, diese Kombination scheint zumindest in Oberösterreich relativ harmonisch zu sein. Warum funktioniert diese Zusammenarbeit so gut?

Stelzer: Es liegt wie immer an den handelnden Personen. In den großen Fragen des Landes strebe ich jedenfalls an, alle Parteien einzubinden. Das ist meine Grundlinie.

 

Streben sie auch 2021 wieder eine Koalition mit der FPÖ an?

Stelzer: Bis dahin kann und wird noch viel passieren. Ich strebe an, dass die ÖVP 2021 wieder ordentlich zulegt.

 

In einem Profil-Interview haben Sie letztens gesagt, sie wollen „Wähler von der FPÖ“ zurückholen. Wie wollen Sie dies bewerkstelligen und wieso sind Ihnen die Wähler überhaupt abhandengekommen?  Link                        

Stelzer: Mir ist schon klar, dass wir es verabsäumt haben, uns gewisser Themen, die die Menschen beschäftigt haben rechtzeitig anzunehmen. Asyl- und Ausländerfragen sind Fragen, die sich die Leute stellen, und da muss auch eine Nummer-eins-Partei wie die ÖVP Antworten haben.

 

Nach den Wahlen 2015 sind mit Gertraud Jahn und Doris Hummer die letzten beiden Frauen aus der Regierung verschwunden, es war de facto eine reine Männerregierung. Jetzt sind gottseidank mit Birgit Gerstorfer und Christine Haberlander zwei Frauen in der Regierung. Das Verhältnis ist aber immer noch erschreckend. Wie gedenken Sie, dieses Problem der Unterrepräsentation der Frauen zu lösen? Welche Rolle wird Frauenpolitik in ihrer Amtszeit spielen?

Stelzer: Zunächst bin ich sehr froh, dass wir mit Christine Haberlander erneut eine hoch qualifizierte Frau unter den ÖVP-Regierungsmitgliedern haben. Die Situation war in den vergangenen eineinhalb Jahren nicht gut. Ich möchte aber betonen, dass bei den VP-Abgeordneten im Landtag die Frauenquote bei 38 % liegt und nicht zuletzt wird der VP-Klub von einer Frau geführt. Frauenpolitik liegt mir am Herzen und ich versichere, dass ich auch in Zukunft ein besonderes Auge darauf haben werde. Es ist noch ein weiter Weg, aber wir werden ihn gehen.

 

Zum Schluss noch: Josef Pühringer trug ja den Spitznamen „Landespepi“ – Was wird denn ihr Spitzname sein?

 

Stelzer: Einen Spitznamen kann man sich ja nicht selbst geben. Ich habe schon „Major Tom“ gehört, verspreche aber nicht wie dieser abzuheben.

 

 

von Lena Leibetseder

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Das SchülerInnenparlament erlangt seine Sinnhaftigkeit zurück

 

Nicht nur die traditionelle Faschingsfeier letzte Woche, sondern auch das alljährliche Schüler_innenparlament, welches dieses Jahr am 7.März stattfand, waren Teil der Sommersemester-Ouvertüre. Lasst uns bezüglich des SIP in die Vergangenheit blicken: Vor 2 Jahren veröffentlichte der ehem. Chefredakteur Tobias Lindorfer einen Kommentar zur Verfassung des Parlaments mit dem Titel: „Das Schülerparlament schafft sich (fast) selbst ab“. Klingt dramatisch, war es auch. Die wenigen Anträge beim SIP 2015 könnte man damit begründen, dass die Schüler sich im Stiftergym einfach pudelwohl fühlten oder das Desinteresse am SIP enorm war. Aus einem guten Grund erscheint mir das Zweite plausibler: Damals wurde ein Antrag zur Abschaffung des SIPs gestellt und durchdiskutiert. Wie wir ja wissen, wurde dieser Antrag dankenswerter Weise abgelehnt. (Ob es den meisten nur um die Freistunden gegangen ist, sei dahingestellt)

 

Sozialprojekt: Hilfe für albanische Roma und Sinti Kinder

 

Am Beginn der Veranstaltung wurden die diesjährigen Sozialprojekte der SchülerInnenvertretung vorgestellt: Mag. Johann Eidenberger präsentierte ein Hilfsprojekt der Marianisten, welche albanische Roma-Familien aus ihren Baracken holen und in die Gesellschaft integrieren möchten. Dabei gilt der Leitspruch: „Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg und der Integration“ Die Roma-Kinder sollen Bildungsmöglichkeiten und eine spezielle Lernbegleitung erhalten, um sich besser in die Gesellschaft einzugliedern. Um das zu ermöglichen sind Sach-sowie Geldspenden von Nöten. Was wir bei der Hilfe dieser Familien beitragen können? Wir dürfen gespannt sein.

Als zweites Projekt wurde die schon vor zwei Jahren stattgefundene Wunschwerkstatt von Mag. Evelyn Mallinger vorgestellt. Das Prinzip: Caritas Einrichtungen werden kontaktiert und gefragt, was ihre BewohnerInnen sich von uns SchülerInnen wünschen. Diese Wünsche werden wir gemeinsam versuchen bestmöglich zu verwirklichen.

 

 

Von einer verschlossenen Türe zum „Tücherlimit“

 

Mit tosenden Applaus wird das Parlament eröffnet. Martin Wagner und David Keller (8M) treten zum Rednerpult vor und berichten von ihrem Dilemma: Die Tür zum Nebenhaus kann man nur von einer Seite öffnen. Seriös und argumentativ ziehen sie alle SchülerInnen auf ihre Seite. Der Antrag wurde nahezu einstimmig angenommen.

 

 

Als nächstes ging es (natürlich) wieder um den Aufenthaltsraum. Gibt es einen Ruheraum? Wann wird der Aufenthaltsraum umgestaltet? Bekommen wir einen Essensautomaten? Fragen über Fragen. Zum Ruheraum: Ja, er existiert. Eigentlich. Es sollte der GR1 im zweiten Stock sein, doch dieser ist (im Gegensatz zur Abmachung) ständig verschlossen. Auf jeden Fall setzte sich die breite Mehrheit wieder für einen Ruheraum ein. Auch für die Existenz eines Wasserkochers und Essensautomaten im Pausenraum trat die Schülerschaft ein.

Elisabeth Pühringer (7C) plädierte danach dafür, dass Schularbeiten erst ab der 2.EH geschrieben werden sollen. Auch dieser Antrag wurde mit einer großen Mehrheit angenommen.

 

Das Taschenrechnerprojekt sorgte schon für mehr Diskussionsbedarf. Am Anfang schien die Umsetzung des Vorhabens leicht: Die Maturanten verkaufen ihren gebrauchten Rechner an die Schule, die wiederum diese an die 5.Klassen verkaufen. Doch im Laufe der Zeit kamen immer mehr Schwierigkeiten zum Vorschein. Jedoch gab es auch Lösungsansätze, teils konstruktiv, teils eher weniger. David Brandstetter bot sich z.B an die Taschenrechner anzukaufen und diese mit einem Zuschuss wieder zu verkaufen. Ein nett gemeintes Angebot, dass jedoch von der Schülerschaft mittels Votum abgelehnt wurde. Im Endeffekt wurde dieser Antrag trotz hitziger Debatte angenommen.

 

Der nächste Antrag handelte vom Budget des Adalbert Stifter Gymnasiums: Was passiert damit? Warum können Klassenfahrten und sonstige Reisen kaum schwer finanziert werden? Fragen auf die die SchülerInnen des Stiftergyms gerne eine Antwort hätten. Somit wurde der Antrag, dass die Schüler_innenvertretung einen Einblick in das jährliche Budget der Schule bekommen sollen, fast einstimmig angenommen.

 

Magdalena Kreil (7A) wollte mit ihrem Antrag eine Pausenänderung erreichen: „Die 10min Pause soll auf 5min gekürzt werden, dafür aber die große Pause verlängert werden.“ Eine interessante Idee, welche jedoch abgelehnt wurde.

 

Haken am Klo. Ja, schon wieder. Die Forderung nach kleinen Häkchen in den Toiletten. Diesmal kam aber keine Diskussion auf und der Antrag wurde mit einer allgemeinen Erleichterung angenommen. Die erwartete konfuse Debatte ließ trotzdem nicht lange auf sich warten. Mit dem „Handtrockner statt Papiertücher“ Antrag entfachte ein Feuer voller Wortmeldungen. Von „Die Dyson-Dinger und die Stofftuch-Einsaug-Dinger sind unhygienisch“, zu „Tücherlimits“ war gefühlt alles dabei. Am Ende einigte man sich auf „die Dinger, die das Stofftuch einsaugen“, anstatt den Papiertüchern.

 

Als vorletzten Antrag wurde der Elternsprechtag 2.0 vorgestellt, bei welchem die Terminvereinbarungen nicht mehr mittels Zettel, sondern per Internet erfolgen sollen. Dieser Vorschlag wurde ebenso angenommen, wie der letzte Antrag, der fixe Unterrichtszeiten am Ball- und Faschingsdienstag forderte.

 

 

Das Schüler_innenparlament hat seit 2015 eine große Entwicklung gemacht. Viele konstruktive Anträge und weniger konfuse Diskussionen bestätigen dies. Diskussionen, die sich im Kreis drehen, wurden von der Schüler_innenvertretung effektiv gestoppt. Man darf nur hoffen, dass dies in Zukunft so bleibt.

 

 

von Felix Strasser

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Was es heißt, eine Frau zu sein

Die Gesellschaft, in der wir leben hat klare Vorstellung was Männer und Frauen sind und was sie nicht sind. Diese Ideale, Klischees und Ideen als Frau zu erfüllen ist anstrengend und alles andere als einfach.

 

In der Öffentlichkeit sollte ich mit geschlossenen oder überkreuzten Beinen sitzen, bevorzugter Dresscode sind Kleider und Röcke zu langen Haaren. Für mich ist es Pflicht, meine Beine und Achseln zu rasieren, zusätzlich ist ein Muss, eine Unmenge an Schuhen zu besitzen und des Laufens in hohen Schuhen mächtig zu sein. Autos einparken können oder über technisches Wissen zu verfügen ist hingegen ein klares No-Go. Weiters bin ich nicht dazu qualifiziert, als Politikerin oder generell in führenden Positionen zu arbeiten. Laut einer Untersuchung der Arbeiterkammer Wien lag der Frauenanteil in den Geschäftsführungen der Top 200-Unternehmen in Österreich 2015 bei 5,9%. Von 183 Abgeordneten im österreichischen Nationalrat sind nur 56 Frauen, sprich 30,6%. Das ist fast ident mit der Zahl an Mandaten, die alleine die SPÖ innehat. Den größten Frauenanteil unter den Parteien im Parlament haben die Grünen mit 50%, den geringsten die NEOS mit 11,11%. Prozentmäßig liegen die NEOS also sogar hinter der FPÖ.

Frau sein heißt also, im Parlament unterrepräsentiert zu sein.

 

Anstatt in die Politik zu gehen, sollte ich eher Krankenschwester werden oder am besten gleich zuhause bei den Kindern bleiben. Apropos, Ich als Frau bin dafür verantwortlich, Kinder zu gebären, sie aufzuziehen und später jeden Tag für sie und meinen Ehemann zu kochen. Inkludiert mein Lebensplan keine Kinder, werde ich als kaltherzige, nymphomanische Karrierefrau abgestempelt.

Frau sein heißt also, Kinder zu bekommen.                                                                                                                                       

Und all das nur, weil ich anstatt mit männlichen mit weiblichen Geschlechtsteilen auf die Welt gekommen bin. Warum ist dieser, rational betrachtet lediglich biologische Unterschied zwischen Mann und Frau, verantwortlich für so weitgreifenden Diskussionen und Benachteiligungen? Das ganze Theater um aus männlicher Sicht weibliche Ideale und das Überbetonen dieser Vorurteile und Klischees endet im Sexismus, der Frauen täglich konfrontiert und ihr Leben beeinflusst. Die generelle Annahme, dass das männliche Geschlecht stärker sei das weibliche ist schuld an sexueller Belästigung, Frauenfeindlichkeit und sexuelle Gewalt. Aber neben diesen extremen Auswirkungen gibt es auch den Alltagssexismus, sei es das konstante Unterschätzen der körperlichen und geistlichen Fähigkeiten von Frauen oder das Totschweigen der Menstruation.

Frau sein heißt also, unterschätzt zu werden.

 

Diese tief verwurzelten Klischees, die es natürlich auch auf der anderen Seite gegenüber Männern gibt, lassen sich nicht von heute auf morgen einfach so abbauen. Was man aber dringend eliminieren sollte, ist die Geschlechter-Einkommenslücke oder Gender Pay Gap. Laut Statistik Austria liegt der Lohnunterschied, gemessen an den Bruttostundenverdiensten in der Privatwirtschaft immer noch bei insgesamt 22,2%.                                                                                                                                              

Frau sein heißt also, trotz gleicher Arbeit weniger zu verdienen als männliche Kollegen.

 

Totale und bedingungslose Gleichheit aller Geschlechter und aller sexuellen Neigungen ist eine Utopie, die wir mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht in den kommenden Jahrzehnten realisieren werden, zumindest nicht mit Chauvinisten wie Donald Trump, Recep Tayyip Erdogan und dem polnischen EU-Abgeordneten Janusz Korwin-Mikke, der erst kürzlich mit seiner Aussage, dass Frauen weniger verdienen müssen da sie schwächer, kleiner und weniger intelligent als Männer sind, für Aufregung sorgte, als führende Politiker.

Ich bin mir bewusst, dass ich auf hohem Niveau jammere. Ich habe das Wahlrecht, das Recht zu arbeiten und Zugang zu Bildung. Ich habe Glück, ich bin im aufgeklärten Europa des einundzwanzigsten Jahrhunderts aufgewachsen, weit entfernt von religiösen Vorschriften und unterdrückerischer Einstellung gegenüber Frauen, die für ihre Basisrechte kämpfen müssen. Wenn ich an die Frauen in Somalia oder Saudi-Arabien denke, fühle ich mich schuldig, während ich mich über lächerliche Klischees echauffiere.

 

 

Frau sein bedeutet für mich, selbstbestimmt für meine Rechte aufzustehen und für soziale Gleichheit zu kämpfen, während ich so gut es geht versuche, allen Klischees zu widersprechen.

 

von B.Oulot

 

 

 

 

Quellen:

https://www.parlament.gv.at/SERV/STAT/PERSSTAT/FRAUENANTEIL/frauenanteil_NR.shtml

https://www.bmb.gv.at/frauen/gender/gender_index_2015.pdf?5i844

http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/soziales/gender-statistik/einkommen/index.html 

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Hamilton - An American Musical

 

Mit 16 Tony Award Nominierungen und 11 davon gewonnenen Preisen war „Hamilton“ von Lin-Manuel Miranda das beliebteste und gefragteste Musical am Broadway 2016. Ab März ist es dann auch endlich Off-Broadway zu sehen: eine US Tour für 2 Jahre von Kalifornien bis Oklahoma ist geplant. Nach Europa kommt das Stück erst November 2017, als Neueröffnung für das Victoria Palace Theatre in London. Jedoch muss man bereit sein, über 200 US Dollar für eine Vorstellung auszugeben -  

wenn überhaupt noch Tickets vorhanden sind.

 

 

Hamilton – an American Musical handelt vom Leben des gleichnamigen Gründervaters Amerikas, Alexander Hamilton. Als Weise in der Karibik aufgewachsen, schafft er es mit seinem Geschäfts- und Verwaltungstalent bis zum King‘s College in New York, wo die Revolution gerade im vollen Gange ist. Der Soundtrack ist vom Hip-Hop und R&B geprägt.

Laut Lin-Manuel Miranda sollte das Musical dem heutigen Amerika soweit wie möglich ähneln – ein Grund warum fast nur farbige Schauspieler performen. Wie das europäische Publikum auf dieses innovative Stück in den nächsten Jahren reagieren wird, bleibt offen.

 

 

 

 

von Klara Bürger

 

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Stichwahl der Schulsprecherwahl wird wiederholt!

Kugelschreibertinte auf Wahlpapiere verschwand binnen Minuten.

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Schulsprecherwahl: Mira Riedl und Magdalena Kreil im Interview!

 

 

Am Freitag 14.10.2016 findet die Wahl der Schülervertretung statt.

BuntStifter hat dem bisher einzigen Team im Rennen ein paar Fragen gestellt.

 

 

 

 

 

 

Stellt euch bitte kurz vor:

Mira: Ich heiße Mira Riedl, bin 16 Jahre alt und gehe in die 7C. Heuer kandidiere ich als Schulsprecherin.

Zarije: Die engagierte 7Blerin bewirbt sich für das Amt der 1.Stellvertreterin! Sie konnte leider beim Interview nicht teilnehmen.

Magdalena: Hallo! Ich bin die Magdalena, gehe in die 7.A Klasse und kandidiere dieses Jahr als 2. Stellvertreterin.

 

 

Warum wollt ihr für die SchülerInnenvertretung kandidieren?

Mira: Ich möchte für die SV kandidieren, weil es mir sehr wichtig ist, dass alle SchülerInnen etwas zu sagen haben und ihre Interessen im SGA gut vertreten werden! Außerdem ist es mir ein Anliegen, dass sich mehr Leute für Politik interessieren. Da die SV, wenn auch nur zu kleinen Teilen, eine Möglichkeit für uns SchülerInnen ist, uns politisch zu engagieren, will ich diese unbedingt nutzen.

Magdalena: Bei mir war es ehrlich gesagt eine sehr spontane Entscheidung. Ich wusste, dass Mira und Zarije sich aufstellen wollten und noch jemanden suchten. Nach langer vergeblicher Suche sind sie dann zu mir gekommen. Da ich die SchülerInnenvertretung für sehr wichtig empfinde, musste ich mich fast melden. Mir ist es sehr wichtig, dass dieses Amt erhalten bleibt und den SchülerInnen dadurch eine Stimme gegeben wird. Die Entscheidung und das Mitbestimmungsrecht dürfen nicht nur den LehrerInnen vorbehalten sein. Außerdem sehe ich die Schülervertretung als wichtiges Sprachrohr zwischen SchülerInnen und LehrerInnen.

 

 

 Was sind eure Pläne und was wollt ihr durchsetzen?

Magdalena: Wir wollen auf jeden Fall die Pläne der letztjährigen SchülerInnenvertretung fortführen! Wie die Gestaltung des Aufenthaltsraumes, das jährliche SIP, das Schulfest, die verschiedenen Sozialprojekte für alle Klassen, die Nachhilfebörse, den Kleidertausch sowie das WPG- Schnuppern.

Mira: Wir haben auch neue Ziele, die wir umsetzen wollen. Unter anderem wollen wir neue Stifterpullis bestellen, wir wollen Vorträge und/ oder Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen veranstalten. Was mir persönlich auch sehr wichtig ist: das Trinken im Unterricht, weil ich es nicht einsehen möchte, dass wir, als 14 bis 20-jährige SchülerInnen, nicht imstande sind, unseren Getränkekonsum zu kontrollieren(...) . Passend dazu möchten wir versuchen wieder einen Essensautomaten zu bekommen. Der letzte wichtige Punkt ist das verpflichtende LehrerInnen-Feedback. Die LehrerInnen sollen wissen, wie es uns mit ihrem Unterricht geht!

 

 

 

Es lässt sich sonst niemand für die SchülerInnenvertretung aufstellen! Wie empfindet ihr die Situation?

Mira: Der erste Gedanke aller Außenstehenden wird sein: "Super für dieses Team, so haben sie keine Konkurrenz". Natürlich lindert das die Aufregung vor der Wahl enorm, aber das ist es nicht unbedingt wert! So haben die SchülerInnen gar keine andere Möglichkeit als uns zu wählen, selbst wenn sie nicht mit uns als SV einverstanden sind.

Magdalena: Es spiegelt in gewisser Weise die politische Verdrossenheit wider, die generell im Land herrscht. Ich selbst hätte ohne, dass ich gefragt worden wäre, auch nicht kandidiert. Doch wegen dieser Verdrossenheit sollte man sich gerade jetzt nicht verschrecken lassen. Wer „sudert“ sollte auch nach Lösungen suchen! ..Und „gesudert“ wird in der Schule ja viel. Deswegen habe ich mich aufgestellt. Um etwas zu ändern und einen regen Dialog zwischen LehrerInnen und SchülerInnen aufrecht zu erhalten.

Mira: Trotzdem versuchen wir es optimistisch anzugehen und hoffentlich mit unserer Kandidatur die kommenden Jahrgänge anzuregen, in den nächsten Jahren zu kandidieren!

 

 

Danke für das Interview!

 

 

von Felix Strasser

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