Notensache

Alle Jahre kommt es wieder! Nein, nicht nur das Christkind, sondern auch das von dem ein oder anderen gefürchtete Jahreszeugnis. Ein Zettel voll mit Zahlen – „Noten“ genannt, auf den das ganze Jahr über hingearbeitet wird. Doch kommt diesem oft nicht zu viel Bedeutung zu?

© www.das-rechtsportal.de
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Manche kennen sie vielleicht - die Szene "Les carnets" aus "Le Petit Nicolas" von Goscinny & Sempé. Die Kinder bekommen ihre nicht wirklich rühmlichen Zeugnisse ausgeteilt und beginnen von den Strafen zu erzählen, die sie erwarten werden. Während dem einen das Dessert verwehrt wird, bekommt der andere Hausarrest oder sogar eine Ohrfeige verpasst. Daran, dass sich ihre Kinder aber vielleicht ein gutes soziales Netzwerk aufgebaut haben, hilfsbereit und teamfähig sind, werden diese Eltern wahrscheinlich nicht gedacht haben. Warum denn auch, davon steht ja bekanntlich nichts im Zeugnis! 

 

Dafür werden dann diejenigen fett abräumen, deren Zeugnis nur so von Einsern strotzt. Seien es jetzt das gratis T-Shirt im Sportgeschäft, die Getränkegutscheine in der Diskothek oder die Prämie von Opa. Wer das ganze Jahr über fleißig war, wird am Ende des Jahres groß belohnt werden, was ja auch durchaus seine Berechtigung hat. "Ohne Fleiß kein Preis", lautet die Devise in unserer heutigen Leistungsgesellschaft. Dementsprechend groß wird der Druck bereits bei unseren Jüngsten.

 

Doch wie viel sagt so eine Zahl denn nun wirklich über uns aus? Auch wenn sie mit Begriffen wie "sehr gut", "gut", "befriedigend", "genügend" und "nicht genügend" definiert sind, wirken sie sehr schwammig und die jeweiligen Stärken eines Schülers/ einer Schülerin werden kaum hervorgehoben. Ob man darunter positive Eigenschaften oder bloß das Unterteilen der Fächer in mehrere Kompetenzen versteht, sei jedem selbst überlassen.

 

Tatsache ist, dass dieser Zettel voll mit Zahlen meiner Meinung nach leider oft überbewertet wird. Sagen doch diese "Noten" nicht nur viel zu wenig über die sozialen Kompetenzen des/ der Betroffenen sondern auch über die eigentlichen Stärken und Schwächen in dem jeweiligen Fach aus.

 

Sollten wir uns jetzt also auf die faule Haut legen, da es eh egal ist, welche Noten ich bekomme?? Nein, so ist es sicherlich nun auch wieder nicht. Ich will euch nur vermitteln, dass es auch ein Leben außerhalb der Schule, des Lernens und der Noten gibt. Anstatt im Zimmer vor den Schulbüchern zu vereinsamen wäre es wohl besser, sich wieder einmal seinem Hobby und seinen Freunden zu widmen und dafür durchaus die ein oder andere nicht so gute Note in Kauf zu nehmen.

 

Zeugnisse werden später irgendwo verstauben. Aber was bleibt, sind die Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse mit Freunden oder der Dank für das Engagement in verschiedenen Vereinen.

 


von Magdalena

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