Gedanken einer Schneeflocke

von Silvia Rockenschaub
von Silvia Rockenschaub

Auch eine Schneeflocke macht sich Sorgen und Gedanken um die Zukunft, aber hört selbst, was sie zu berichten hat.

Nun ist es wieder soweit! Alle Schneeflocken haben sich absprungbereit gemacht, um auf die Erde zu fallen. Jedes Jahr dasselbe Prozedere! Der Mensch auf der Erde wünscht sich Schnee an Heiligabend und ist fürchterlich traurig, wenn ihm einmal keine weiße Schneepracht entgegenlacht. Deshalb begeben wir uns auf die Reise durch den frostigen, gefährlichen Weg hinab zur Erde. Ja, wir Schneeflocken müssen einiges auf uns nehmen, um euch da unten glücklich zu machen! Viele meiner Gefährten sterben schon bevor sie ankommen. Trotzdem fallen wir Zuhauf auf die Erde und beglücken die Kinder mit unserer Anwesenheit.

Aber wie soll man sich denn bitte als hilfloses Produkt aus gefrorenem Eis wehren? Jedes Mal wenn die Sonne erbarmungslos auf uns scheint, lösen wir uns unter Qualen auf. Nun wird es aber auch immer wärmer, falls ihr von Erderwärmung schon etwas gehört habt, und anstatt mit vereinten Kräften etwas zu verändern oder es wenigstens zu versuchen, sehen die meisten Erdlinge einfach weg. Denn wer ist der Schuldige: immer der andere.

Ich kann euch sagen, so ein Leben ist sehr verdrießlich. Ihr Menschen müsst zwar wählen, was ihr mit eurem Leben anfangen wollt, doch auch ihr seid sozusagen in ein System eingeengt. Genau wie wir müsst ihr einmal sterben! Aber Erdlinge haben wenigstens einige Alternativen. Doch eine Schneeflocke hat keine Freiheiten. Sie muss still und leise, weil ja auch die Winterzeit besinnlich sein muss, auf die Erde segeln und auf ihren Tod warten. Fast so, als würden wir für etwas bestraft, was wir nie verbrochen haben. Da frage ich mich, ob dieses Universum überhaupt

Gerechtigkeit kennt.

Aber alles auf der Welt hat seine Funktion und das ist auch gut so. Man darf die guten Seiten an seinem Leben nicht außer Acht lassen! Wenn uns ein Kind anlächelt, bevor wir sterben, wissen wir genau, wir opfern uns für einen guten Zweck auf. So solltet auch ihr denken! Man darf sich nicht immer nur beklagen oder jammern. Also vergesst bitte EURE Aufgabe nicht! Ihr müsst nämlich mit uns und der Natur sorgsam und verantwortungsvoll umgehen, sonst zerstört ihr alles, was ihr selbst zum Leben braucht. 

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