Fast Food, Pick-Ups und Co – leben die Amerikaner wirklich so?

Die letzten Sommerferien nützte ich dazu, drei Wochen lang bei einer Gastfamilie im Norden von Kalifornien zu verbringen und den „American Way of Life“ kennenzulernen. Während meines dortigen Aufenthalts ist das Wort „stereotype“ sehr oft gefallen. Die Amerikaner wollten wissen, wie wir ÖsterreicherInnen sie sehen und was wir über sie denken. Meine Antwort lautete stets: „They eat fast food, drive big cars and are very friendly and outgoing.” Zu meiner Erheiterung stimmten die Einheimischen dieser Klischeevorstellung meist zu und auch ich muss sagen, dass jene in der Tat richtig ist.

In der Kleinstadt namens Rocklin, die letzten Sommer zu meinem zweiten Zuhause geworden ist, fanden sich unzählige Fast Food-Lokale und typische amerikanische Restaurants, wohin man im Prinzip nur mit dem Auto gelangen konnte. Und so kam es, dass manche Gastfamilien mit ihren "students" jeden Abend in ihre schweren Pick-Ups stiegen und zum Abendessen zu einem dieser Hamburger, French Fries und Pizza servierenden Lokale fuhren. Schließlich ist diese Art von Essen viel leichter, schneller und komfortabler als wenn man sich zuhause selbst vor den Herd stellt und das "Dinner" frisch zubereitet. Denn so fortschrittlich die Staaten in vieler Hinsicht oft sind, so sehr hinken sie Europa in Sachen Küche und gesunder Lebensstil nach.

 

Das Klischee vom Fast Food essenden und Geländewagen fahrenden Amerikaner entpuppte sich nach meinen ersten Tagen also bereits als wahr, um nicht zu sagen wahrer als wahr. Denn dass es neben McDonald's, Kentucky Fried Chicken und Co. dieses geradezu überwältigende Angebot an Fertigprodukten in den Supermärkten gibt und Mittelklassewägen derart rar gesät sind, hätte ich nicht erwartet.

 

Doch was hat es nun mit dem "very friendly and outgoing" auf sich? True or false? Also meiner Erfahrung nach, absolut richtig! Egal ob man Menschen auf der Straße trifft, shoppen geht oder den sonntäglichen Gottesdienst besucht, überall wird man mit einem freundlichen "Hi, how are you?", "Nice to meet you" und dergleichen begrüßt. Natürlich ist diese Art von Konversation meist oberflächlich und vielleicht aufgesetzt, denn kaum jemand würde einem Kassierer auf die Frage nach dem eigenen Wohlbefinden mit "I’m not doing well" antworten, jedoch ziehe ich sie manch mürrischem Blick eines Verkäufers in Österreich vor. Außerdem erlaubt ein solches Auftreten den Amerikanern ein schnelleres und leichteres Knüpfen von sozialen Kontakten, was klar von Vorteil ist.

 

Manchmal muss man hinaus in die Welt fahren, um zu erfahren, was wahr ist und was nicht. In meinem Fall hat sich die österreichische Klischeevorstellung eines typischen Amerikaners als richtig erwiesen. Trotzdem versuche ich auch weiterhin auf stereotype Denkweisen zu verzichten, denn auch wenn ein Großteil der amerikanischen Bevölkerung Fast Food isst und große Autos fährt, heißt das noch lange nicht, dass jeder Einzelne diesen Lebensstil verfolgt.

 

Aber eine Reise ist das Land allemal wert!

 


von Anna

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