"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" oder "The Fault in Our Stars"

Bild: marcellapurnama.com
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Hazel Grace ist 16, hat Schilddrüsenkrebs und Lungen, die versagen, wenn es darum geht, Lungen zu sein. Um ihrer "klinischen Depression" vorzubeugen, wird sie in eine Selbsthilfegruppe für Krebspatienten geschickt, wo sie Isaac kennenlernt und eines Tages auch Augustus Waters – ein Junge, muskulös und blauäugig, wie einem Mädchentraum entsprungen. Ihm ist infolge eines Knochentumors ein Bein amputiert worden, doch nun fühlt er sich "wie auf einer Achterbahn, die nur nach oben geht". Bald lernen sich Hazel und Augustus, auch "Gus" genannt, näher kennen und es entsteht eine einzigartige Beziehung, die einerseits romantisch schön, andererseits aber auch immer wieder mit der harten Realität, genannt Krebs, konfrontiert wird. 

Mehr als ein banales Krebsbuch mit Herzschmerz

John Green, der Autor dieses Nummer eins New-York-Times-Bestsellers, wollte mit seinem Roman über kranke Jugendliche mit den gesellschaftlichen Vorurteilen gegenüber Kranken und Sterbenden, die oft als "anders" abgestempelt werden, einräumen. Er führt darin seinen Leser/-innen ein anderes Leben vor Augen – eines, in dem Banalitäten wie Stiegen steigen zur Herausforderung werden und es nicht normal ist, in die Schule zu gehen. Doch "The Fault in Our Stars" ist kein banales Krebsbuch, das die Leiden und Sorgen der betroffenen Protagonisten ausbreitet und, um das Ganze ein bisschen erträglicher zu machen, etwas jugendliche Liebe hinzumischt. Nein, John Greens Roman vereint Witz, Philosophie und die Frage nach dem Sinn des Lebens. Genauso wie Hazel Grace ihren Krebs als "Nebeneffekt des Sterbens" bezeichnet, fungiert dieser auch nur als ein Nebeneffekt des Romans, der zwar die Geschichte maßgeblich mitbestimmt, jedoch nie die restliche Handlung, die überraschender und ausgeklügelter nicht sein könnte, erstickt.

 

(K)eine perfekte Liebesgeschichte

Ja, "The Fault in Our Stars" ist eine verdammt gute Liebesgeschichte, die das Herz erwärmt und Tagträumereien hervorruft. Und ja, manchmal mutet sie schon fast zu perfekt an, um noch in irgendeiner Form mit der Realität korrespondieren zu können. Doch John Green ist kein hoffnungsloser Romantiker und treibt daher die wahre Liebe zweier Menschen nicht ins Unendliche, sondern weiß der Leserin/dem Leser genau dann einen Wendepunkt ins Herz zu stoßen, wenn es am meisten weh tut.

 

Am 5. Juni 2014 kommt die Verfilmung des Romans in die deutschen Kinos. Ich rate Euch, Mädels und auch Burschen, wartet nicht noch zwei Monate um die Geschichte zu sehen, sondern lest sie vorab. Denn auch wenn der Film verspricht gut zu werden, wird er doch nicht den Wortwitz John Greens widerspiegeln können.

 

 


von Anna

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