Der Hobbit -Die Schlacht der fünf Heere

Bild: moviepilot.de
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Am 10. Dezember des mittlerweile schon vergangenen Jahres erschien endlich der lang ersehnte dritte Teil der Hobbit-Trilogie. Die meisten der eingefleischten Fans werden schon längst ins Kino gestürmt sein, um den Film – möglicherweise sogar in einer Achtstunden-Sitzerei in Kombination mit den zwei Vorgängern – zu sehen. Die nicht ganz so Tolkien-Begeisterten, die ihn sich noch nicht zu Gemüte geführt haben, finden hier eine kurze Kritik des so intensiv umworbenen Streifens. 


Schon nach den ersten Sekunden des Filmschauens (gleich am Anfang brennt der Drache Smaug mit vielen Spezialeffekten Esgaroth, das Venedig von Mittelerde, nieder) fällt auf: Die Produzenten scheuten keine Kosten und Mühen. Kaum eine Minute vergeht ohne spektakuläre Animationen, Explosionen oder sonstigen beeindruckenden Dingen. Auch die Menge an Schauspielern in manchen Szenen ist unglaublich: Hunderte Statisten spielen in 'Der Schlacht der fünf Heere' mit. All das, eingebettet in die märchenhafte neuseeländische Landschaft, erzeugt fantastische Bilder und Szenen, die den großen Bruder der Hobbit-Trilogie, dem Herrn der Ringe, mit Sicherheit übertreffen.


Die beeindruckenden Effekte können aber kaum über das nicht ganz ausgereifte Drehbuch hinwegtrösten. Die Handlung ist oftmals zäh und langatmig, die Schlacht- und Kampfszenen sind zwar spektakulär, aber viel zu lange. Die epischen Endkämpfe, zum Beispiel der zwischen Thorin und dem äußerst hässlichen Orkvieh Azog, können nach einer Stunde Dauergemetzel nur mehr eingeschränkt Spannung aufbauen und auch sonst hat man relativ schnell genug von der brutalen Keilerei.


Mehr ruhige Szenen und mehr Handlung hätten dem Film gut getan. Zur Verteidigung der Filmemacher muss gesagt werden: Peter Jackson musste 80 Seiten Buch in großer Schrift inklusive Illustrationen zu 144 Minuten Film verarbeiten. Manche haben in diesem Punkt sicherlich andere Ansichten, aber meiner Meinung nach ist das, was man sieht, häufig extrem überinszeniert.


Um doch noch etwas mehr Spannung herauszuholen lässt der Regisseur umgefallene Türme zu Brücken werden (Wenn das in Wirklichkeit ginge, sollte man in Linz doch bitte das Arcotel umwerfen!), zwei Zwerge gegen hunderte, um drei Köpfe größere Orks erfolgreich kämpfen und Legolas auf herabfallenden Steinen nach oben hüpfen. Das ist so unrealistisch und übertrieben, dass es zuweilen einfach nur noch lächerlich erscheint.


Fazit: Nach einer äußerst unterhaltsamen und spannenden ersten Filmhälfte ist man am Ende also schon etwas genervt, wenn immer noch ein Hauptcharakter möglichst spezialeffektgetränkt seinen persönlichen Bossgegner ins Jenseits befördern muss.


Aus dem Kino geht man schließlich eher mit gemischten Gefühlen.

Trotz zahlreicher Kritikpunkte sollte man den dritten Hobbit-Teil trotzdem sehen, da der Film insgesamt doch ein beeindruckendes Erlebnis ist.

Und „Kinowetter“ haben wir derzeit ja ohnehin…

von Tobias

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