Warum kein Auslandsjahr machen?


Neues Land, neue Sprache, neue Umgebung und einzigartige Erfahrungen

 

 

Ist dein Reisedrang unerschöpflich? Du möchtest nicht nur Tourist/in sein, sondern in die Kultur und das Lebensgefühl eines Landes eintauchen? Dann wage den Sprung ins Abenteuer und erlebe ein Auslandsjahr! Mit einem Auslandsjahr lernt man eine Fremdsprache fließend sprechen, entdeckt eine neue Kultur und knüpft neue Freundschaften. Jakob Zeller aus der 8BB hat für buntStifter einige Fragen zu seinem Auslandssemester in Frankreich beantwortet und viele seiner einzigartigen Erfahrungen mit dem Leben im wunderschönen und vielfältigen Frankreich und einer neuen Familie mit uns geteilt.

 

Wo genau und wann hast du das Auslandssemester gemacht?

Ich war für 6 Monate im 2. Semester der 7. Klasse in Clohars-Fouesnant in der Bretagne, im Westen von Frankreich.

 


Wie bist du auf die Idee gekommen?

Ich war in der 5. mit der Schule in Taizé und habe dort Franzosen kennengelernt mit denen ich dann über Facebook Kontakt gehabt habe. Als ich gemerkt habe, dass mir Französisch gefällt und ich es kann, ist mir klar geworden, dass ich diese Chance nutzen könnte. Ich hab dann eine Freundin aus Frankreich gefragt, ob sie jemanden kennt, der Austauschschüler aufnimmt und sie hat gesagt, dass ich bei ihnen leben kann.

 


Wie viel hat der ganze Aufenthalt gekostet?

Ungefähr 800 Euro.

 

 

Hast du es selbst organisiert oder über eine Organisation gemacht. Falls ja, welche?

Ja selbst organisiert. War gar kein Problem.

 

 

Haben sich nach dieser Zeitspanne im Ausland die Sprachkenntnisse verbessert? Hast du davon profitiert?

Ja auf alle Fälle. Man bekommt ein richtiges Gespür für die Sprache und kann danach einfach fließend sprechen.

 

 

Wie waren die Eindrücke von deinem Gastland?

Sehr offene und freundliche Menschen. Saubere und wunderschöne Landschaft. Ein strenges Schulsystem. Wunderschöne alte Städte.

 

 

Hast du zu dieser Zeit bei einer Gastfamilie gelebt? Wie sind deine Eindrücke?

Ich habe in einer Großfamilie gelebt. Es waren neben den Eltern 5 Kinder im Haus. Außerdem haben die Eltern eine Organisation geleitet, die sich um Menschen mit Beeinträchtigung kümmert, und mit ihnen lebt und arbeitet. Das heißt es waren rund um die Uhr verschiedene und sehr interessante Menschen da. Ich habe mitten unter den Menschen der Organisation gelebt und es gibt im ganzen Ort verstreut Häuser, in denen diese Leute leben. Das waren sehr schöne, lustige und lehrreiche Momente mit den Menschen dieser Einrichtung. Und mit der Familie war es sowieso toll. Es war nie langweilig!

 

 

Wurdest du in deiner Gastfamilie als richtiges Familienmitglied angesehen, oder eher als vorübergehender Gast? (Mithilfe im Haushalt,…)

Am Anfang war es natürlich noch etwas ungewohnt, aber nach einem Monat circa war ich komplett in die Familie involviert und das wurde mit jeder Woche mehr. Ich habe gekocht, abgewaschen, mich um die Kinder gekümmert und bin als vollwertiges Familienmitglied angesehen worden. Ich habe wirklich das Gefühl eine zweite, französische Familie zu haben. Ich war zum Beispiel auch auf einigen Taufen der Familie und sogar mit den Großeltern der Kinder auf Urlaub in Spanien!

 

 

Wie war das soziale Verhältnis zu der Familie? (wie viele Kinder, Alter, …)

Es waren 5 Kinder. Zwei Jungen mit 8 und 13 und drei Mädchen mit 12, 16 und 17 Jahren. Das Verhältnis war sehr gut und herzlich. Es sind wirklich unglaublich nette und offene Menschen, bei denen man sich einfach wohl fühlen muss. Wir haben gespielt, gelacht, gestritten und waren auch mal gemeinsam traurig. Wie mit einer „echten“ Familie halt. Ich habe mit der Zeit wirklich brüderliche Gefühle für meine „Geschwister“ dort entwickelt. Und die Eltern sind einfach genial. Genauso wie ihre Kinder eigentlich, nur etwas älter. Alles in allem sind sie zu sehr guten Freunden von mir geworden.

 

 

Hast du jetzt noch Kontakt zu deiner Gastfamilie und den dort gefundenen Freunden?

Ja, sehr viel sogar. Ich werde auch heuer im Sommer ein bis zwei Wochen bei ihnen verbringen. Außerdem skype ich regelmäßig mit der Familie und Freunden.

 

 

Wie sah es während dieser Zeitspanne mit Freizeitaktivitäten aus? Wurden welche von der Schule im jeweiligen Land angeboten oder musstest du sie extra organisieren?

Von der Schule wurde nichts angeboten. Aber wir waren viel am Strand oder sind nach der Schule in die Stadt gefahren um ins Kino zu gehen oder um einzukaufen. Mit den ganzen Kindern und Leuten dort hab ich genug zu tun gehabt.

 

 

Wie lange hat es gedauert bis du dich eingelebt hast?

Einen Monat denke ich. Das kann man nicht so genau sagen, weil das schleichend kommt und auf einmal hat man sich eingelebt und hat nichts gemerkt.

 

 

Hattest du regelmäßig Kontakt zu deiner Familie und deinen Freunden in Österreich?

Ja durch Skype oder Karten. Meine Eltern und meine Schwester sind zu Ostern eine Woche her gekommen.

 

 

Hast du während des Aufenthaltes die Schule in dem jeweiligen Land besucht?

Ja ich war in einem lycée für Naturwissenschaften. Ich habe aber im Unterricht nicht aktiv mitmachen können und mich selbst beschäftigt indem ich meine eigenen Sachen gemacht hab.

 

 

Wie ist es dir bei deiner Rückkehr nach Österreich mit dem Schulstoff in der Schule gegangen? War der Wiedereinstieg schwer? Musstest du während deines Auslandsaufenthaltes nebenbei etwas für die Schule (in Linz) tun?

War einfacher als erwartet. Da ich in Frankreich eigentlich nicht so viel für die Schule machen musste, war ich relativ motiviert für die 8. Das halbe Jahr hat mir aber keine Probleme gemacht.

 

 

Würdest du wieder dein Gastland besuchen? Kannst du anderen Schülern ein Auslandsjahr empfehlen? Wenn ja, wann wäre es am vernünftigsten so etwas zu machen?

Ja auf jeden Fall! Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man sie ergreifen. Meiner Meinung nach war die zweite Hälfte der 7. am besten.

 

 

Glaubst du, dass diese Erfahrung dir in deinem späteren beruflichen Leben von Vorteil sein wird?

Wenn ich etwas mit Auslandsarbeit und Sprachen machen werde sicher, ja.

 

 

Konntest du einen persönlichen Nutzen aus deiner Reise ziehen (Inwiefern hat es dich charaktertechnisch beeinflusst)?

Ich bin selbstständiger, mutiger und offener geworden.

 

 

Möchtest du den Schülern/innen noch etwas anderes über deine Erfahrungen erzählen?

Mir fällt nichts mehr ein. Wenn ihr Interesse an einem freiwilligen sozialen Jahr oder Zivildienst im Ausland habt, dann kann ich euch diese Organisation dort sehr empfehlen: L’arche Caillou Blanc in Clohars Fouesnant.

 

von Zarije

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