Geheimnisse des Stiftergymnasiums – Teil 2

Das Chemiekabinett

 

 Nicht nur hinter den eigenartigen Metallzapfen an einem Stiegengeländer in unserem Schulhaus verbirgt sich eine spannende Geschichte; Eine solche finden wir auch in einem Raum im Vorderhaus, nämlich dem Chemiesaal. Genauer: dem Chemiekabinett. Im zweiten Teil der Serie, in der ich besondere Orte und Objekte der Stiftergymnasiums vorstelle, entlocke ich jener kleinen Kammer, deren Zutritt den Schülern seit jeher verwehrt ist, ihr Geheimnis. ;)

 

 Im an unserer Schule zuweilen durchaus spannenden Chemieunterricht lernen die wissbegierigen Schüler so Manches über die Zusammensetzung diverser Stoffe, führen komplizierte Berechnungen durch und erfahren vieles über die Natur. An Utensilien werden Periodensystem und Tafel häufig verwendet, manchmal werden mit kleinen Glasbechern, Ampullen und anderen Objekten aus dem Lager interessante Experimente durchgeführt, wo hin und wieder etwas explodiert oder es plötzlich zu einer bemerkenswert unangenehmen Geruchsentwicklung im Umkreis des Ortes der Versuchsdurchführung kommt.

 

Die wenigen Privilegierten unter uns, die schon einmal einen verstohlenen Blick in das Chemiekabinett geworfen haben, sollten aber sofort stutzig geworden sein: Auf unzähligen Regalen steht eine beeindruckende Vielzahl von Behältern, Schachteln und komplizierten Apparaturen. Ja, wie in einer Hexenküche sieht es dort aus! Schnell wirft sich die Frage nach dem Weshalb auf. Wozu all diese kostbaren Gegenstände, wenn sie im Unterricht kaum benutzt werden? Warum gibt unsere Schule so viel Geld für so etwas wenig gebrauchtes aus? Und wieso darf eigentlich niemand außer dem Lehrpersonal dieses Zimmer betreten?

 

Im Kopfe des Lesers mögen nun zahlreiche absurde Verschwörungstheorien herumspuken, die Fantasie dichtet ihm nun womöglich groteske Geschichten, wie wir sie aus alten Mären und Hollywood-Filmen kennen. Dabei ist die Erklärung eigentlich ganz banal, fast schon langweilig: Beim Chemiekabinett handelt es sich um das geheime Crystal-Meth-Labor der Schule.

 

Es wurde vor einigen Jahren von mehreren engagierten Lehrern ins Leben gerufen, um bei der Finanzierung von Anliegen wie den Schulprojektwochen, der technischen Aufrüstung der Klassenzimmer und natürlich dem Anbau des neuen Festsaals zu helfen. Da der Konsum von Crystal Meth besonders unter jungen Menschen in den letzten Jahrzehnten stark ansteigt, lassen sich damit gute Geschäfte machen. Die Leiterin des Projektes, welche aus Gründen der Personenschutzes nur unter ihrem Decknamen „Crystal Christie“ angeführt werden möchte, gab BuntStifter bereitwillig Auskunft: „Wir wollten mit der Zeit gehen und haben uns für diese Droge entschlossen, da der Markt für sie immer größer wird. Wir mussten natürlich viele neue Geräte anschaffen, aber es hat sich gelohnt – Wir verdienen eine Menge damit.“

 

Obwohl die Herstellung von Crystal Meth nach wie vor illegal ist, hatte das Team der Drogenköche noch nie Probleme mit dem Arm des Gesetzes. „Wir sind ein katholisches Privatgymnasium, wir haben natürlich gute Verbindungen zu wichtigen Leuten, auch zur Polizei. Unter der Bedingung, dass wir regelmäßig größere Mengen unseres Produktes an sie abliefern, tolerieren sie die Herstellung und den Verkauf.“ Wie Crystal Christie weiter erzählt, bereiten da andere Organisationen größere Schwierigkeiten: „Schlaflose Nächte beschert uns das Akademische Gymnasium, denn die haben neuerdings auch ein Methlabor, das uns immer mehr Kunden abluchst. Aber wir haben einen Plan B: Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass wir rote Zahlen schreiben, überlegen wir, auf dem Dach des neuen Festsaals eine Hanfplantage zu errichten.“

 

Es ist immer wieder erstaunlich, was es selbst an Orten, wo man jahrelang fünf Tage die Woche zubringt, alles zu entdecken gibt. Wir danken Crystal Christie für die freundliche Auskunft und hoffen, dass das Projekt weiterhin ein Erfolg bleibt. Abschließend möchten wir noch anmerken, dass all jene, die neue Erfahrungen mit bewusstseinsverändernden Substanzen machen möchten und außerdem die regionale Wirtschaft unterstützen möchten, anstatt ihr Geld nur ausländischen Drogenkartellen zufließen zu lassen, jeden Freitag von 9 bis 12 Uhr im Sekretariat schuleigenes Crystal Meth zu besonderen Schülertarifen günstig ersteigern können.

 

von Tobias

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