Wie wählt das Stiftergym?

Aufgrund der ungebrochenen Aktualität des Themas ist der Artikel über die Abstimmung zu den Landtagswahlen von der Printausgabe Juli 2015 auch auf unserer Website zu lesen. Ob das Ergebnis auch jetzt, nach den Ferien so aussehen würde?

Angesichts der nahenden Landtagswahlen und der angeregten Gespräche über die Landespolitik nach der Diskussion am Freitag, welche Frage zu beantworten wäre nun

spannender, als die, ob sich die NEOS tatsächlich viele Wähler geholt haben und

ob Wolfgang Klinger mit seinen Einschätzungen des Wählerpotenzials in unserer

Schule Recht hatte? Haben die meisten Schüler, so wie man allgemein den

Eindruck hat, eine linke Einstellung in Sachen Politik, oder macht sich der derzeit zu verzeichnende Rechtsruck auch im Stiftergymnasium bemerkbar? Kommen

Sozialdemokraten und Volkspartei nun gut weg, oder wird bei uns die Opposition

bevorzugt? Fragen über Fragen, die durstig nach einer Antwort lechzen, und diese soll ihnen mittels des folgenden Diagramms gegeben werden!

Was haben wir da? Ein Tortenschaubild? Ein box-plot? Nein, es ist ein Säulendiagramm! Und allen, die in Deutsch, Englisch und Französisch nicht aufgepasst haben und noch immer nicht wissen, wie man so etwas interpretiert, seien die folgenden Absätze ans Herz gelegt, die auch Erläuterungen und Hintergrundinformationen beinhalten, die genauso sehr alle sich nicht angesprochen fühlenden Personen interessieren werden.


Für die Umfrage durchkämmten wir unzählige Klassen und ließen dort die Schüler die Partei, die sie bei den Landtagswahlen wählen würden, auf einen kleinen Zettel schreiben. Über 130 Leute wurden also befragt; aufgrund der beachtlichen Teilnehmerzahl kann das Ergebnis kann nun durchaus als repräsentativ für die ganze Schule gelten.


Es mag - trotz des hervorragenden Auftritts der jungen Partei bei der Podiumsdiskussion - verwundern, aber tatsächlich belegt NEOS den ersten Platz im „Parteien-Ranking“. Rund 33 Prozent der Befragten gaben ihr die Stimme, ein extrem gutes Ergebnis – vor allem angesichts der Tatsache, dass aktuellen Umfragen zufolge die Vier-Prozent-Hürde für den Einzug in den Landtag nur knapp erreicht wird. Zweifelsohne dürfte Judith Raab mit ihrem Redetalent einen wesentlichen Beitrag zu dieser hohen Wähleranzahl geleistet haben.


Auf dem zweiten Platz liegen – eigentlich wenig überraschend – die Grünen, die auf 28 Prozent kommen. Im Stiftergym hat die Partei demnach fast dreimal so viele Wähler wie im Oberösterreichschnitt!


Drittplatziert ist mit etwa 19 Prozentpunkten die ÖVP, die hier also deutlich schlechter als in den landesweiten Umfragen abschneidet. Mit Sicherheit hat ihr hier besonders NEOS eine Menge Wähler abgeknöpft.


Kaum verwunderlich ist, dass die FPÖ auf nur sehr wenige Stimmen kommt, nämlich 4 Prozent. Als ungültig wurde übrigens ein Zettel mit der Aufschrift „ÖFP“ gewertet – dieser hätte die blaue Partei noch um fast einen Prozentpunkt nach oben katapultieren können; diese Chance wurde hier aber leider vertan. Immerhin

wird hier eine sehr deutliche Aussage über den Bildungsstand des durchschnittlichen Rechtspopulisten-Wähler abgegeben.


Für die vielleicht größte Überraschung sorgte aber nicht das Ergebnis von NEOS, sondern das der Sozialdemokraten. Die SPÖ erreicht gerade einmal läppische 2 Prozent! Dass der Abstieg der Partei, der sich derzeit ja österreichweit abzeichnet, in

unserer Schule so drastisch geschieht, resultiert sicher nicht nur aus der kritischen

Einstellung Susanne Pollingers zu den Ansichten eines großen Teils der anderen

sozialdemokratischen Politiker und die deutliche Gespaltenheit der Gruppe, die bei der Podiumsdiskussion deutlich hervortraten, sondern auch aus der umstrittenen Taferl-Aktion an den Linzer Hauptverkehrsachsen („Sind Sie auch gegen ein Asyl-Chaos wie in Traiskirchen?“) und der verbreiteten Ansicht, dass bei der Koalition in Wien „nix weitergeht“.


Gleich mit der SPÖ liegen dann übrigens noch die Kommunisten, nämlich ebenfalls mit zwei Prozent. Schlusslicht bilden dann die Piraten, die auf genau eine Wählerstimme kommen. Arr, diese ganzen Landratten sollten Kielholen geschickt werden! - würde mancher Politiker nun von sich geben. Naja, in Tortuga wird sicher eine absolute Mehrheit erreicht.


Dass mit der aktuellen Parteienlandschaft viele unzufrieden sind, beweist die Tatsache, dass ganze 11 Prozent weiß bzw. ungültig wählten – ein Ergebnis, das bedenkenswert ist. Denn, und das hört man in der Schule immer wieder deutlich heraus, viele Leute kritisieren die politischen Entwicklungen der letzten Zeit und können sich mit keiner Partei wirklich identifizieren.

 

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