Die Grenzen des freien Europa

Vor 26 Jahren begann Ungarn mit dem Abbau des „Eisernen Vorhangs“ und dieses Jahr war der EU-Staat das erste Land, das wieder einen Grenzzaun aufstellen ließ.

Zuvor konnte die österreichische Bevölkerung noch über andere Länder schimpfen, doch jetzt wird auch an der steirischen Grenze eine “Technische Sperre“ errichtet, welche im Grunde nichts anderes als ein Grenzzaun ist.

HC Straches Idee wird Wirklichkeit

Die Idee an sich, die Massen von Flüchtlingen kontrolliert über die Grenze zu bringen, hat ja nichts Böses im Sinn. Doch muss dazu wirklich ein Grenzzaun her?

Die nicht einmal 4 Kilometer lange technische Sperre soll in Zukunft dafür sorgen, dass Flüchtlinge nicht einfach über die Grenze marschieren, sondern sich registrieren lassen, um dann mit Bussen in verschiedene Zwischenlager gebracht zu werden.

Angedacht worden war von der ÖVP, die bis zu einem gewissen Teil somit HC Straches Idee aufgegriffen hat, ein Zaun mit einer Länge von 25 Kilometern. Diese Idee wurde nun aber wieder abgesetzt, da sich der Koalitionspartner SPÖ heftig gegen diesen Vorschlag sträubte.

Plan B

Auch Slowenien äußerte sich gegen einen Grenzzaun zu Österreich. Der Nachbarstaat will mit einem Sicherheitskorridor auf slowenischer Seite und verstärkten Grenzkontrollen die Flüchtlingsströme unter Kontrolle halten. Sollte dies aber nicht funktionieren, wird der Zaun an der steirischen Grenze ausgebaut, und zwar auf der gesamten Länge. Laut Innenministerin Johanna Mikl-Leitner kann dieser Plan-B in weniger als 48 Stunden umgesetzt werden. An sich ist geplant, auf Stacheldrähte zu verzichten. Es wird eine Art Maschendrahtzaun aufgestellt, welcher für den Notfall jedoch auch mit Stacheldraht versehen werden kann.

Stehen wird der Zaun vermutlich ab 2016 und kosten wird er 1,2 – 2 Millionen Euro.

Da stellt sich doch die Frage, ob man dieses Geld nicht anderweitig und eventuell auch vernünftiger einsetzten könnte?

Gefallene Mauern werden wieder aufgestellt

Mir erscheint der Gedanke beängstigend, von nun an ein Stück weit eingezäunt zu sein. Vor 26 Jahren fielen die Mauern und nun werden sie wieder aufgestellt. Und das meiner Meinung nach ohne Berechtigung.

von Lena Hinterhölzl

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