Bist du kreativ?

Alles über kreative Menschen und ihre bemerkenswerten Eigenschaften

 Vorerst ist es wichtig, dass du Kreativität nicht mit Innovation gleichsetzt, da dies häufiger passiert. Hier ist der Unterschied:

Kreativität bezeichnet die Fähigkeit eines Individuum oder einer Gruppe, in phantasievoller und gestaltender Weise zu denken und zu handeln.

Innovation ist eine Bezeichnung für die mit technischem, sozialem und wirtschaftlichem Wandel einhergehenden Neuerungen.

Kreativität ist Voraussetzung für Innovation. Durch Kreativität werden Ideen generiert. Als Innovation wird die Umsetzung neuer Ideen bezeichnet. Das kann in der Tat nicht jeder; die Fähigkeit, Ideen zu generieren, aber bringt jeder mit sich.

Hirnforscher suchen schon lange den Sitz der Kreativität. Mit Hirnscans haben sie beobachtet, welche Gebiete (Areale) des Gehirns beim Lösen kreativer Aufgaben aktiv ist - Resultat: Es gibt kein einzelnes Kreativitätsareal, dabei sind vielmehr verschiedene Hirnregionen aktiv.

Kreative Menschen sind nicht nur enorm vielseitig, sie sind auch enorm widersprüchliche Menschen, die gegensätzliche Eigenschaften auf brillante Art vereinen.

Konkreter:

Kreative Menschen sind energiegeladen und ruhebedürftig.

Sie arbeiten viele Stunden, können sich gut konzentrieren, sind euphorisch und von einer elektrisierenden Aura umgeben. Das heißt aber nicht, dass sie hyperaktiv wären. Tatsächlich brauchen kreative Köpfe genauso viel Ruhe um sich herum und schlafen viel und oft. Oder auch anders formuliert: Sie kontrollieren ihre Energie sehr gut.

Kreative Menschen sind ebenso verspielt wie diszipliniert.

Das Spielerische ist zweifellos eine Haupteigenschaft der Kreativen. Während sich viele Menschen fragen „Warum?“, fragen sich Kreative eher „Warum nicht?“. Gleichzeitig können Sie sich aber auch in ihre Sache verbeißen und entsprechend konzentriert bis spät in die Nacht daran arbeiten, wenn es fertig sein muss.

Kreative Menschen leben in Phantasie und Realität.

Imagination und Vorstellungskraft sind Bedingungen, um innovativ zu wirken. Fehlt ihnen aber der Bezug zur Realität, bleibt es nur ein schöner Ausflug ins „Nimmerland“. Das, was kreative Ideen letztendlich auszeichnet, ist nicht etwa ihre Kühnheit, sondern die Tatsache, dass jeder früher oder später erkennt, dass sie realistisch ist.

Kreative Menschen sind stolz und bescheiden.

Einerseits sind die Kreativen natürlich auf ihren Einfall stolz. Gleichzeitig wissen sie aber auch um den Zufalls-Faktor und das Glück, das womöglich zur Entdeckung geführt hat. Zudem sind sie so auf neue Inspirationen fokussiert, dass sie ihre bahnbrechenden Ideen oft eigenartig präsentieren und schon durch neue Gedanken anreichern.

Kreative Menschen entsprechen nicht immer klassischen Geschlechterrollen.

Kreative Mädchen sind auffällig oft taffer und dominanter als ihre Geschlechtsgenossinnen, während kreative Jungs häufig sensibler und weniger aggressiv als andere Jungs in ihrem Alter sind. Dabei geht es weniger um Homosexualität, sondern vielmehr darum, dass kreative Menschen nicht nur die Stärke ihres eigenen Geschlechts, sondern auch die des anderen in sich vereinen.

Kreative Menschen sind leidenschaftlich und selbstkritisch.

Sie bewerten ihr Tun aber auch objektiv. Ohne Leidenschaft verlieren wir irgendwann die Lust an der Sache und geben auf. Erst recht, wenn sich der Erfolg nicht sofort einstellt. Blinde Leidenschaft kann aber auch zerstörerisch wirken. Deshalb brauchen sie ab und an auch einen selbstkritischen Blick.

Kreative Menschen sind offen und sensibel.

Denke an großartige Schriftsteller: Die meisten leiden regelrecht körperlich, wenn sie schlechte Texte lesen. Gleichzeitig nehmen sie jede feine Botschaft – auch die zwischen den Zeilen – in sich auf. Kreative sind aufgeschlossen und neugierig, sie hungern nach neuen Erfahrungen und Impulsen. Das bedeutet aber auch, dass sie dabei manchmal mehr Dinge erleben, als ihnen lieb ist.

Die Schattenseiten der Kreativität

Kreativität wird mit positiven Eigenschaften wie unkonventionellen Lösungen, Flexibilität, einer schnellen Auffassungsgabe und künstlerischer Neugier assoziiert. Sich immer wiederholende Typen wie das Genie oder die launische Diva sind jedoch Hinweise darauf, dass Kreativität auch eine dunkle Seite hat.

Kreative lügen häufiger.

Viele kreative Menschen sind professionelle Lügner, die auch noch dafür bezahlt werden, möglichst gute Lügen zu erfinden. Bevor du dich jetzt aufregst: Dies ist völlig in Ordnung, da gut erzählte Romane und Filme im Endeffekt nichts anderes sind, als künstlerisch gesponnene Lügengeschichten. Doch einer Studie zufolge neigen kreative Menschen auch im Alltag dazu, Lügen als einen Ausweg zu sehen. Kreative Menschen bedienen sich häufiger einer Lüge, um eine Situation schnell zu lösen. Sie gehen kreativ mit der Wahrheit um. Sie sollten dies jedoch nicht als Ausrede benutzen, schließlich gilt das altbewährte Sprichwort: Ehrlich währt am längsten.

Kreative neigen zur Arroganz.

Eine der Stärken von kreativen Menschen ist: Sie sind offen für neue und ungewöhnliche Ideen. Aber sie können ihren Mitmenschen leider nicht verständlich machen, worum es bei diesen Ideen und Ansätzen geht. Kreative Menschen haben eher Probleme mit anderen Personen, da sie wenig bescheiden und gar nicht zurückhaltend sind, wenn es um ihre eigene Person geht.

Kreative neigen zum Exzentrischen.

Das sprichwörtlich verrückte Genie kennt jeder. Doch wie viel Wahrheit steckt darin?Zwar ist eine psychotische Neigung bei kreativen Menschen stärker ausgeprägt als bei Menschen mit geringer Kreativität. Diese Neigung wird jedoch meist durch hohes Selbstbewusstsein, Intelligenz und Selbstbeherrschung ausgeglichen. Verrückt sind kreative Menschen deshalb nicht automatisch, viele können jedoch durchaus als exzentrisch bezeichnet werden.

 von Eva Hanner

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