Beppos Mittel gegen Stress

Am liebsten würde ich manchmal einfach Reißaus nehmen. Die Beine in die Hand und einfach schnell weg. Wie ein flinker Hase rasch wegflitzen …

 

Neulich zum Beispiel hatte ich mal wieder so einen Moment. Da war mir einfach alles zu viel. Da hätte ich am liebsten einfach genau das gemacht! Reißaus nehmen. Aber das wäre auch keine Lösung gewesen …

 

Kennst du solche Momente auch? Momente, in denen dir einfach alles zu viel ist?

Gerade letztens hatte ich wieder solch einen Moment. Ich hatte den Text in Deutsch noch nicht verfasst, hatte die Englischschularbeit völlig vergessen und den Geschichtetest aus meinen Gedanken verbannt. Im letzten Moment fiel mir noch ein dass am nächsten Tag eine Mathe Wiederholung anstand. Zusätzlich wurde ich Zuhause dazu gedrängt, endlich im Haushalt mitzuhelfen.

 

Genau in einer dieser Situationen, in der ich einmal wieder dachte, dass ich das ja alles gar nicht schaffen kann, hat mir ein guter Freund eine Nachricht geschickt. Eine Nachricht, die mir so sehr geholfen hat, dass ich in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr so leicht in so eine Situation gerate. Einfach weil mir durch diese Nachricht wirklich ein Licht aufgegangen ist. Es geht dabei um etwas, das eigentlich ganz banal und beinahe zu einfach ist, aber total hilfreich sein kann, wenn man sich auch wirklich daran hält.

 

Diese Nachricht möchte ich gerne mit Ihnen teilen:  „Mach es wie Beppo.“ Vielleicht kennst du Beppos Geschichte auch aus dem Roman „Momo“. Darin teilt Beppo, der Straßenkehrer, ein Geheimnis mit seiner Freundin Momo:

„Siehst du, Momo“, sagte er, „es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen.“

 

Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort: „Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.“

 

Er dachte einige Zeit nach: Dann sprach er weiter: „Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.“

 

Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte: „Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.“

Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort: „Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste.“ Er nickte vor sich hin und sagte abschließend. „Das ist wichtig.“

 

(Zitat von Michael Ende)

 Genauso ging es mir, wie Beppo das da beschrieb. Er sprach mir aus der Seele. Und Beppo lieferte mir auch direkt die Lösung mit. Eine Lösung, die ich natürlich längst kenne. Die ich – wie sicherlich viele auch – aber einfach oftmals vergesse.

 

Und sie war so einfach: Kleine Schritte gehen anstatt große und alle auf einmal.

 

Ja, das war’s. Und so schön auf den Punkt gebracht. Mit einer eingängigen Metapher. Manchmal können Bilder und Metaphern einfach viel mehr bei uns bewirken als jede logische Erklärung.

 

Doch es gibt auch noch viele andere Hilfsmittel gegen Stress. Ich zähle hier einfach meine Lieblingsmittel auf: 

- Trinke Kakao,  am besten mit dunkler Schokolade/dunklem Kakao anrühren.       Dunkle Schokolade enthält Botenstoffe, die den Körper zur Ausschüttung von dem Glückshormon anregt.

- Gönne dir auf dem Heimweg bewusst Momente des Innehaltens. Nutze  z. B. die Busfahrt, Straßenbahnfahrt oder den Spaziergang nach Hause dazu, die Schule gedanklich loszulassen und frühestens vor der Haustür planen was noch zu tun ist. 

- Schalte den Perfektionismus aus. Löse dich von dem Gedanken, alles perfekt erledigen zu müssen und es allen recht zu machen. Gib dein Bestes, aber ohne dich dabei aufzuopfern. Gönne dir regelmäßige Auszeiten, beispielsweise mit deiner/m besten Freund/in am Abend eine Stunde telefonieren, einen guten Film sehen oder einfach nur Musik hören.

- Erledige einen Punkt von deiner To-Do Liste. Frustriere  dich nicht mit einem täglichen Berg an Aufgaben, den du sowieso nicht bewältigen kannst. Setzen dir Prioritäten! Schon nach dem ersten erledigten Punkt wirst du dich besser fühlen.

- Miste deinen Schreibtisch aus. Ordne deine alten Unterlagen, wirf weg, was du nicht mehr benötigst, und schaffe dir eine freie Arbeitsfläche. Allein durch die aufgeräumte Umgebung wird es dir besser gehen!

 - Unternimm am Abend deine eigene kleine Fantasiereise. Leg dich einfach einmal bequem auf den Rücken, schließen deine Augen und atme tief und gleichmäßig. Es tut immer gut nur vor sich hin zu fantasieren. Entdecke deine Träume und male dir jedes noch so kleine Detail dazu aus.

Viel Glück bei dem Kampf gegen den Stress.  Lern wieder wie man richtig lebt und lernt!

Textquellen: http://www.psychologische-praxis-rostock.de/pages/der-alte-strasenkehrer-beppo/

von Eva Hanner

Kommentar schreiben

Kommentare: 0