Ferialjobs - Alles, was du wissen solltest

Ein bisschen mehr Geld in der Tasche wäre nichts Schlechtes. Wenn die Eltern partout nicht bereit sind, dir einen Taschengeldzuschuss zu liefern, dann muss man eben selbst arbeiten. Aber was? Und wie soll man an den Job kommen? 

Jetzt stellt sich noch die Frage, wie ihr an einen Ferienjob kommt. Dafür gibt es verschiedene Wege:

- Manche Stellen werden bei einer Arbeitsagentur ausgeschrieben. Was es dort gibt, könnt ihr online durch Recherchen finden.  

- Viele Unternehmen geben Anzeigen auf, wenn sie Schüler suchen. Sinnvoll ist die Suche aber nur auf regionalen Portalen, zum Beispiel auf den Seiten der Lokalzeitungen.

- Ihr könntet auch eure Bekannten und deren Freunde bitten, sich umzuhören. Vielleicht weiß jemand, dass in einer oder sogar seiner Firma Aushilfen gesucht werden? Dann habt ihr schon gute Karten.

- Zu guter Letzt ist Tatenkraft und Energie gefragt! Zieht euch nett an, setzt ein freundliches Lächeln auf und klappert die Möglichkeiten ab, zum Beispiel Cafés oder auch Shops, wo ihr im Verkauf helfen könntet. Supermärkte, wo ihr anbietet, Regale einzuräumen. Habt einfach Mut und fragt, ob die in den Ferien Unterstützung brauchen können. Bei großen Unternehmen bei euch in der Gegend ruft ihr einfach an und lasst euch von der Sekretärin mit der Personalabteilung verbinden. Traut euch! Die können höchstens „nein“ sagen, mehr passiert nicht.

 Natürlich muss es auch einen Mindestbetrag für euer Einkommen geben: 

Ferialangestellte und Ferialarbeiterinnen/Ferialarbeiter haben ein befristetes Arbeitsverhältnis und für sie gelten sämtliche Bestimmungen des Kollektivvertrages. Sie haben Anspruch auf Entgelt und sind vollversichert (d.h. kranken-, unfall-, pensions- und arbeitslosenversichert), sofern die Geringfügigkeitsgrenze überschritten wird.

Geringfügigkeitsgrenzen (Werte 2016)                           

·     täglich: € 31,92

·     monatlich: € 415,72

Das Alter spielt bei den Ferienjobs eine sehr große Rolle

Unter 15: Wer zwischen 13 und 15 Jahren alt ist, gilt rechtlich zwar noch als Kind, darf aber unter Einhaltung strenger Regelungen arbeiten – vorausgesetzt, die Eltern stimmen dem zu.

 Die tägliche Arbeitszeit darf aber nicht mehr als zwei Stunden betragen, zudem dürfen die Teenager nur kindgerechte Tätigkeiten ausüben – zum Beispiel Babysitten, Nachhilfe geben oder Zeitungen austragen.

Eine Tätigkeit zwischen 18 Uhr abends und acht Uhr morgens sowie am Wochenende untersagt das Jugendarbeitsschutzgesetz in dieser Altersgruppe gänzlich.

Ab 15: Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren können deutlich mehr arbeiten als jüngere Schüler. Ihr Ferienjob darf bis zu 40 Wochenstunden umfassen, bei einer Woche mit fünf Werktagen.

Dennoch gibt es auch hier rechtliche Grenzen: Das Jobben ist insgesamt auf vier Wochen im Kalenderjahr beschränkt. Dabei kann der Jugendliche die Arbeit entweder am Stück aufnehmen oder auf verschiedene Ferien verteilen. Grundsätzlich muss die Arbeitszeit zwischen sechs Uhr morgens und 20 Uhr am Abend liegen, eine Tätigkeit an Wochenenden oder Feiertagen ist verboten.

Außerdem brauchen die jungen Jobber mehr Freizeit als Erwachsene. Zwischen den Schichten müssen Jugendliche mindestens zwölf Stunden frei haben.

Ab 18: Volljährige Schüler unterstehen nicht mehr dem Jugendarbeitsschutzgesetz. Sie dürfen daher in den Ferien, aber auch neben der Schule eine Beschäftigung – etwa einen 400-Euro-Job – aufnehmen.

Ihr solltet nur noch über wichtige Kleinigkeiten unbedingt Bescheid wissen 

 

Verbotene Tätigkeiten

An Arbeitsplätze von nicht volljährigen Schülern stellt der Gesetzgeber erhöhte Anforderungen. So dürfen Kinder und Jugendliche keine Tätigkeiten übernehmen, bei denen Gefahren drohen. Arbeiten an der Sägemaschine oder Sonstiges ist gefährlich und daher für Minderjährige tabu. Darüber hinaus dürfen Schüler nicht schwer heben, nicht Lärm, Hitze oder Kälte ausgesetzt werden, nicht im Akkord arbeiten oder an Orten mit einer erhöhten Infektionsgefahr, beispielsweise in medizinischen Einrichtungen arbeiten.

Versicherungsschutz

Ferienjobbende Schüler sind über den Arbeitgeber unfallversichert. Verletzt sich ein Schüler während der Arbeitszeit oder auf dem Weg zur Arbeitsstätte, kommt die Versicherung für die Schäden auf. Der Versicherungsschutz ist unabhängig von Art und Dauer des Beschäftigungsverhältnisses und der Höhe des Entgelts.

Steuern und Sozialabgaben

In aller Regel benötigen Schüler auch für einen kurzfristigen Ferienjob eine Lohnsteuerkarte. Wer einen Minijob ausübt, also monatlich nicht mehr als 400 Euro verdient, muss keine Steuern oder Sozialabgaben zahlen. Wer dagegen mehr als 400 Euro verdient, ist steuerpflichtig. Fällig werden Lohn- und Kirchensteuer, sowie der Solidaritätszuschlag. Die Steuern kann sich der jobbende Schüler aber am Ende des Jahres über die Lohnsteuererklärung vom Finanzamt zurückholen.

Sparen können sich Schüler auch die Sozialabgaben. Kurzfristige Arbeitsverhältnisse sind für den Schüler grundsätzlich sozialversicherungsfrei, sofern sie 50 Tage im Jahr oder zwei Monate am Stück nicht überschreiten.

Gefährdung des Kindergelds

Überschreitet der Verdienst eines Schülers oder Studenten eine bestimmte Grenze, so verliert er rückwirkend seinen Anspruch auf das Kindergeld. Das Geld muss zurückgezahlt werden oder kann mit laufenden Zahlungen, etwa für weitere Kinder im Haushalt, verrechnet werden.

Aufgrund der zeitlichen Befristung eines Ferienjobs droht einem Schüler eher keine Gefahr.

Textquellen:

https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/174/Seite.1740314.html

http://www.noedis.at/portal27/portal/dgnoegkkportal/content/contentWindow?contentid=10007.757243&action=2&viewmode=content

von Eva Hanner

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