Wahnsinnsaufgabe VWA?! - Erfahrungen eines Achtklässlers (Teil 2)

Nachdem ich bereits am Anfang des Schuljahres über meine Erfahrungen mit der Arbeit an der Vorwissenschaftlichen Arbeit berichtet habe, folgt nun - wie angekündigt - der zweite Teil. Wie die unten stehende Unterüberschrift verrät, habe ich in diesem Artikel über das Schreiben geschrieben. 

Das Schreiben

 

Am meisten Kopfzerbrechen bereitet dem Großteil der Schüler zweifelsohne das Verfassen der Arbeit an sich. Im subjektiven Empfinden mag dieser Teil schnell zu einer riesengroßen, kaum überwindbaren Stufe mutieren, die um ein Vielfaches schwieriger als alle anderen Teile der Arbeit an der VWA zu überwinden ist und exorbitant viel Kraft und Anstrengung erfordert. Dabei ist diese Annahme eine völlig falsche. Wenn man bereits Literatur angeschafft und sich eingelesen, eine sinnvolle Gliederung erstellt und genaue Vorstellungen von dem, was man produzieren möchte, hat, ist die Textproduktion tatsächlich ein (mehr oder weniger) Leichtes.

 

Aber Achtung! – Wie angedeutet, ist es wichtig, sich zuerst ausführliche Gedanken über den Aufbau zu machen. Aus blindem Drauflosschreiben resultiert meistens eine unübersichtliche und verwirrende Arbeit mit falscher Wortanzahl.

 

Folgende Tipps sind ganz besonders wichtig, mit großer Wahrscheinlichkeit sogar die allerwichtigsten, die es für das Schreiben der VWA überhaupt gibt!

1) Erstellt am besten auf Basis der ersten Gliederung im Erwartungshorizont eine genauere, sinnvolle Unterteilung in Unterkapitel. 

2) Schreibt zu diesen jeweils die ungefähre geplante Wortanzahl und worum es in dem Unterkapitel in etwa gehen soll, hinzu. 

3) Schaut, dass nun alle Themen, die ihr behandeln wollt, in dieser Gliederung vorkommen und macht euch noch einmal Gedanken, ob ihr damit bereits alles behandelt, was ihr behandeln wollt, und gegebenenfalls auch, ob man vielleicht auch das ein oder andere weglassen kann. 

Mit so einer genauen Untergliederung ist das weitere Schreiben eigentlich ziemlich einfach. Der Anfang ist dabei mit Abstand am Schwersten – ich bin selbst eine ganze Stunde vor dem Computer gesessen, bis ich nach etlichen Versuchen endlich einmal einen Anfangssatz hatte, mit dem ich zufrieden war. Aber wenn man einmal ein paar hundert Wörter hinter sich hat, geht es auf einmal überraschend schnell. Man kommt bald in das Schreiben „hinein“, irgendwann – besonders wenn man sich gut informiert hat und nicht ständig in der Literatur nachschlagen muss – tippt man nur mehr meditativ vor sich hin und wundert sich nach einer halben Stunde Arbeit, dass man schon wieder 3000 Zeichen mehr hat.

 

Der zweite Kardinalfehler – erstplatziert ist ja das Verzichten auf das Erstellen einer sinnvollen Gliederung vor dem Schreiben – ist, die ganzen Ferien faul zu sein und dann im stressigen Herbst die VWA anzugehen. Ich weiß, es ist extrem hart sich während der freien Tage zu Arbeit aufzuraffen, aber ihr werdet euch später dankbar sein. Nach einem mehrwöchigen Kampf gegen den inneren Schweinehund schaffte ich es in der vorletzten Woche vor Schulbeginn den ersten Absatz zu verfassen und dann – völlig unerwartet – war mit der Überwindung der ersten Hürde, und zwar des Beginnens, sämtlicher Unmut verflogen und plötzlich ging es ganz leicht, ohne dass ich mich jedes Mal mühsam aufrappeln musste. An den meisten Tagen saß ich eine halbe oder ganze Stunde vorm Computer und am Ende der ersten Schulwoche war ich fertig mit meinen 54000 Zeichen und heilfroh. Voller Häme konnte ich dann meine Kollegen auslachen, die sich gerade über ihre zweite fertiggestellte Seite freuten.   

 

Wer mir das nicht glaubt: Es ist wirklich nicht all zu viel. 40000-60000 Zeichen entsprechen etwa 5000-8000 Wörtern, das sind ungefähr 15 Deutschschularbeiten zu je 300 Wörtern. Am Computer. Ohne dass man sich bei jedem Satz akribisch überlegen muss, was man da jetzt schreibt.

 

Mittlerweile bin ich mit dem Schreiben schon seit Langem fertig. Nach längerer Pause plagte ich mich ab Dezember mit diversen kleinen Arbeiten wie dem Verfassen der Einleitung, des Schlussteils, des Abstracts, dem Verbessern des Hauptteils, dem nochmaligen Verbessern des Hauptteils und dem nochmaligen Verbessern des Hauptteils herum. Aja, beinahe hätte ich das nochmalige Verbessern des Hauptteils vergessen. Aber zu diesen Dingen ein anderes Mal: Ein dritter Teil geht sich bei der Menge an (Vorwissenschaftlicher) Arbeit, die ich hinter bzw. zum kleinen Teil noch vor mir habe, noch aus. Über diesen könnt ihr euch dann im zweiten Semester freuen.

 von Tobias

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