Das SchülerInnenparlament erlangt seine Sinnhaftigkeit zurück

 

Nicht nur die traditionelle Faschingsfeier letzte Woche, sondern auch das alljährliche Schüler_innenparlament, welches dieses Jahr am 7.März stattfand, waren Teil der Sommersemester-Ouvertüre. Lasst uns bezüglich des SIP in die Vergangenheit blicken: Vor 2 Jahren veröffentlichte der ehem. Chefredakteur Tobias Lindorfer einen Kommentar zur Verfassung des Parlaments mit dem Titel: „Das Schülerparlament schafft sich (fast) selbst ab“. Klingt dramatisch, war es auch. Die wenigen Anträge beim SIP 2015 könnte man damit begründen, dass die Schüler sich im Stiftergym einfach pudelwohl fühlten oder das Desinteresse am SIP enorm war. Aus einem guten Grund erscheint mir das Zweite plausibler: Damals wurde ein Antrag zur Abschaffung des SIPs gestellt und durchdiskutiert. Wie wir ja wissen, wurde dieser Antrag dankenswerter Weise abgelehnt. (Ob es den meisten nur um die Freistunden gegangen ist, sei dahingestellt)

 

Sozialprojekt: Hilfe für albanische Roma und Sinti Kinder

 

Am Beginn der Veranstaltung wurden die diesjährigen Sozialprojekte der SchülerInnenvertretung vorgestellt: Mag. Johann Eidenberger präsentierte ein Hilfsprojekt der Marianisten, welche albanische Roma-Familien aus ihren Baracken holen und in die Gesellschaft integrieren möchten. Dabei gilt der Leitspruch: „Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg und der Integration“ Die Roma-Kinder sollen Bildungsmöglichkeiten und eine spezielle Lernbegleitung erhalten, um sich besser in die Gesellschaft einzugliedern. Um das zu ermöglichen sind Sach-sowie Geldspenden von Nöten. Was wir bei der Hilfe dieser Familien beitragen können? Wir dürfen gespannt sein.

Als zweites Projekt wurde die schon vor zwei Jahren stattgefundene Wunschwerkstatt von Mag. Evelyn Mallinger vorgestellt. Das Prinzip: Caritas Einrichtungen werden kontaktiert und gefragt, was ihre BewohnerInnen sich von uns SchülerInnen wünschen. Diese Wünsche werden wir gemeinsam versuchen bestmöglich zu verwirklichen.

 

 

Von einer verschlossenen Türe zum „Tücherlimit“

 

Mit tosenden Applaus wird das Parlament eröffnet. Martin Wagner und David Keller (8M) treten zum Rednerpult vor und berichten von ihrem Dilemma: Die Tür zum Nebenhaus kann man nur von einer Seite öffnen. Seriös und argumentativ ziehen sie alle SchülerInnen auf ihre Seite. Der Antrag wurde nahezu einstimmig angenommen.

 

 

Als nächstes ging es (natürlich) wieder um den Aufenthaltsraum. Gibt es einen Ruheraum? Wann wird der Aufenthaltsraum umgestaltet? Bekommen wir einen Essensautomaten? Fragen über Fragen. Zum Ruheraum: Ja, er existiert. Eigentlich. Es sollte der GR1 im zweiten Stock sein, doch dieser ist (im Gegensatz zur Abmachung) ständig verschlossen. Auf jeden Fall setzte sich die breite Mehrheit wieder für einen Ruheraum ein. Auch für die Existenz eines Wasserkochers und Essensautomaten im Pausenraum trat die Schülerschaft ein.

Elisabeth Pühringer (7C) plädierte danach dafür, dass Schularbeiten erst ab der 2.EH geschrieben werden sollen. Auch dieser Antrag wurde mit einer großen Mehrheit angenommen.

 

Das Taschenrechnerprojekt sorgte schon für mehr Diskussionsbedarf. Am Anfang schien die Umsetzung des Vorhabens leicht: Die Maturanten verkaufen ihren gebrauchten Rechner an die Schule, die wiederum diese an die 5.Klassen verkaufen. Doch im Laufe der Zeit kamen immer mehr Schwierigkeiten zum Vorschein. Jedoch gab es auch Lösungsansätze, teils konstruktiv, teils eher weniger. David Brandstetter bot sich z.B an die Taschenrechner anzukaufen und diese mit einem Zuschuss wieder zu verkaufen. Ein nett gemeintes Angebot, dass jedoch von der Schülerschaft mittels Votum abgelehnt wurde. Im Endeffekt wurde dieser Antrag trotz hitziger Debatte angenommen.

 

Der nächste Antrag handelte vom Budget des Adalbert Stifter Gymnasiums: Was passiert damit? Warum können Klassenfahrten und sonstige Reisen kaum schwer finanziert werden? Fragen auf die die SchülerInnen des Stiftergyms gerne eine Antwort hätten. Somit wurde der Antrag, dass die Schüler_innenvertretung einen Einblick in das jährliche Budget der Schule bekommen sollen, fast einstimmig angenommen.

 

Magdalena Kreil (7A) wollte mit ihrem Antrag eine Pausenänderung erreichen: „Die 10min Pause soll auf 5min gekürzt werden, dafür aber die große Pause verlängert werden.“ Eine interessante Idee, welche jedoch abgelehnt wurde.

 

Haken am Klo. Ja, schon wieder. Die Forderung nach kleinen Häkchen in den Toiletten. Diesmal kam aber keine Diskussion auf und der Antrag wurde mit einer allgemeinen Erleichterung angenommen. Die erwartete konfuse Debatte ließ trotzdem nicht lange auf sich warten. Mit dem „Handtrockner statt Papiertücher“ Antrag entfachte ein Feuer voller Wortmeldungen. Von „Die Dyson-Dinger und die Stofftuch-Einsaug-Dinger sind unhygienisch“, zu „Tücherlimits“ war gefühlt alles dabei. Am Ende einigte man sich auf „die Dinger, die das Stofftuch einsaugen“, anstatt den Papiertüchern.

 

Als vorletzten Antrag wurde der Elternsprechtag 2.0 vorgestellt, bei welchem die Terminvereinbarungen nicht mehr mittels Zettel, sondern per Internet erfolgen sollen. Dieser Vorschlag wurde ebenso angenommen, wie der letzte Antrag, der fixe Unterrichtszeiten am Ball- und Faschingsdienstag forderte.

 

 

Das Schüler_innenparlament hat seit 2015 eine große Entwicklung gemacht. Viele konstruktive Anträge und weniger konfuse Diskussionen bestätigen dies. Diskussionen, die sich im Kreis drehen, wurden von der Schüler_innenvertretung effektiv gestoppt. Man darf nur hoffen, dass dies in Zukunft so bleibt.

 

 

von Felix Strasser

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