Das Stiftergym hat gewählt!

Es ist ja kaum zu übersehen: Am 15. Oktober wird der Nationalrat gewählt und damit eine wichtige Entscheidung für die Zukunft Österreichs getroffen. Zahlreiche Umfragen, die den Wahlausgang vorhersagen sollten, wurden in den letzten Tagen/Wochen von verschiedensten Medien veröffentlicht.

Nun wollen wir als SchülerInnenzeitung wissen: Wen wählt das Stiftergym?

 

Bekanntlich ist unsere Schülerschaft sehr progressiv und weltoffen eingestellt, wofür Großteils der kreative Schwerpunkt des Gymnasiums verantwortlich ist. Als Beispiel dafür gilt z.B die Umfrage zur Bundespräsidentschaftswahl (80% für VdB) oder jene der letzten Landtagswahl, bei der die Grünen und die NEOS unaufhaltsam vorne liegen. Ob wir im Jahre 2017 ungefähr dasselbe Ergebnis vorzeigen können, zeigt nun die Auswertung von rund 430 Stimmen der Stiftergym’ler.

 

Es hat sich in den letzten 2 Jahren einiges in Österreich geändert und auch im Stiftergymnasium merkt man eine Veränderung, zwar ist sie nicht massiv, jedoch trotzdem spürbar. Die größte politische Zuneigung erreichen die Grüne längst nicht mehr; mit 14;7% Prozent reihen sie sich auf Platz 4 der Umfrage ein. Auch die NEOS können ihre Spitzenposition des Jahres 2015 nicht verteidigen und fallen mit 16,6% auf den 3. Platz. Grund dafür ist die große Dipolarisierung, die wir sowohl im ganzen Land, als auch im Stiftergym merken. Auf der einen Seite stehen jene, die eine Veränderung in Richtung Kurz/ÖVP und Schwarz-Blau wollen, und jene, die dies genau verhindern möchten.

 

2015 erreichten die Sozialdemokraten nur 2 Prozentpunkte in unserer Schule, eine große Niederlage für die eigentliche Volkspartei. Dieses schwache Ergebnis im Stiftergym kann die SPÖ 2017 wieder wettmachen. Sie erreicht insgesamt den zweiten Platz und kann sich mit 23,8 Prozent zufriedengeben. Dieser rasante Anstieg des Zuspruches lässt sich vor allem eben darauf zurückführen, dass es vielen ein Anliegen ist, Schwarz-Blau zu verhindern. Auch spielt der Spitzenkandidat eine große Rolle; Christian Kern ist mit Sicherheit der kompetenteste und eloquenteste Spitzenkandidat, den die SPÖ in den letzten Jahren in das Rennen schickte – auch wenn die Latte mit z.B Faymann nicht wahnsinnig hochliegt.

 

Nichtsdestotrotz schafft es die ÖVP mit ihrem Neo-Obmann und Spitzenkandidaten Kurz auf den ersten Platz der Umfrage. Mit 24,5% zwar nur mit 3 Stimmen Abstand zum roten politischen Gegner, jedoch ist dieses Ergebnis in unserer Schule doch sehr erstaunlich. Zwar waren die Umfragewerte für die ÖVP immer sehr hoch, jedoch konnte sie nie mit der Spitze mithalten. Diese Lage der ÖVP ist ebenso dem Spitzenkandidaten Sebastian Kurz zu verdanken. Strategisch und rhetorisch talentiert, schlägt er sich einwandfrei im Wahlkampf. Es bleibt spannend, wie sich die letzte Woche des Wahlkampfes für ihn und seine ÖVP entwickelt.

 

Weit abgeschlagen findet man die KPÖ+. Ein Bündnis der KPÖ mit den ehemaligen Jungen Grünen, das auch einige Wähler im Stiftergym findet. Genau 14 Personen möchten das Kreuz bei der „Sozialen Alternative“ machen; somit 3,3%. Ein Prozentpunkt weniger erreicht die Liste Pilz, rund um den ehemaligen Grünen Peter Pilz. Er schafft es auch (oder vielleicht genau deswegen) ohne Wahlprogramm einige SchülerInnen von sich zu überzeugen. Bedeutend dürfte sein Auftritt bei der PULS 4 Elefantenrunde gewesen sein. Dort bewies er Humor und Sachlichkeit; mit Sagern wie: „Ich habe Volkswirtschaft, Sie ÖVP studiert, Herr Kurz“, gewann er einige Sympathiepunkte bei den Zuschauern.

 

Mit 1,90 Prozent gesellt sich die rechtsliberale FPÖ zu den Schlusslichtern. Die Freiheitlichen hatten es in unserem Gymnasium schon immer schwer und können sich glücklich schätzen, überhaupt ganze 8 Stimmen zu bekommen. Dahinter reihen sich noch die WEISSEN (0,9%) und die CPÖ (welche zwar in OÖ nicht am Stimmzettel steht) mit 0,23% ein. 0,23% hätte ebenso die „Einhornpartei“ bekommen, wenn sie existieren würde.

 

 

Erstaunlich ist die Anzahl der Weißwähler und derjenigen, die noch unentschlossen sind. Jeweils rund 6% finden sich entweder überhaupt in keiner Partei wieder oder haben schlicht noch keine Entscheidung getroffen. Gespannt darf man darauf sein, ob sich diese Zahl nach der Podiumsdiskussion minimiert. 

 

von Felix Strasser

Kommentar schreiben

Kommentare: 0