Podiumsdiskussion zur Nationalratswahl im Stiftergym

Neben über 50 TV-Duelle der Spitzenkandidaten gab die SchülerInnenvertretung am 11.Oktober uns die Chance direkt Kontakt mit KandidatInnen der verschiedenen Parteien aufzunehmen und diesen unsere Fragen zu stellen. So fanden sich Hermann Krist (SPÖ), Klaus Fürlinger (ÖVP), Philipp Schrangl (FPÖ), Julian Schmid (Grüne) und Judith Raab (NEOS) um 10:00 zur Diskussion in der Aula der Pädagogischen Hochschule ein.

 

Zuerst wurden die Regeln von den Moderatorinnen (Magdalena Kreil, Mira Riedl, Zarije Ademi) verlesen, die einige SchülerInnen im Publikum zum Grinsen brachten. Applaus sowie jegliche Reaktion auf die Antworten der Nationalratsabgeordneten sei untersagt, woraufhin die Podiumsdiskussion teilweise sehr starr wirkte.

 

Es wurde mit den Themenpools begonnen; Die Attraktivität der Parteien für die Jungen stand auf der Tagesordnung. Sowohl die SPÖ, als auch die ÖVP beteuerten, dass die Jugend in den wichtigsten Gremien vertreten wäre und überall gehört würde. Die FPÖ und Grünen schwanken beide um zum Thema Bildung, und erklärten an diesem Thema die Attraktivität der Partei für SchülerInnen. Judith Raab erwähnte, dass „die NEOS die jüngste Bewegung“ sei und sie einen neuen Stil in die Politik gebracht hätte.

 

Beim Thema Glaubwürdigkeit ging es zwar primär um die Silberstein-Affäre, jedoch fanden die Parteien nur versöhnliche Worte. Philipp Schrangl zeigte sich selbstkritisch und ist zum Beispiel froh, dass der FPÖ diesmal kein Skandal passiert ist. Gleichzeitig betonte er, dass die Vertreter der kleineren Regionen nicht für die Skandale des Bundes verantwortlich sind. Krist bedauerte die Vorkomnisse der letzten Wochen sehr und meinte, dass solche Skandale die wichtige Aufgabe eines Politikers äußerst erschwert.

 

Als nächsten wurde über das stets brisante Thema Bildungspolitik diskutiert. Schrangl und Fürlinger liegt die Erhaltung des Gymnasiums sehr am Herzen und beide betonten die Wichtigkeit der Bildung für die Zukunft Österreich. Krist pochte vor allem auf Lehrlingsförderung und mehr Lehrstellen, wobei er betonte, dass er kein Bildungsexperte wäre. Schmid und Raab sind sich einig, dass viel individueller auf die SchülerInnen eingegangen werden sollte. Beim Thema Universitäten, betonte Julian Schmid die Wichtigkeit der Digitalisierung für die Bildung anhand des Beispiels der Digitalen Studienkurse.

 

Einstimmigkeit herrschte beim Thema KIimapolitik und Umweltschutz: Der Ausbau der Öffis steht im großen Fokus der Parteien, sowie , dass Unternehmen Verantwortung für den Umweltschutz übernehmen müssen. Die Grünen möchten alle Verbrennungsmotoren bis 2030 vom Markt verbannen und sowie Grüne als auch Neos setzen sich für eine CO2 Steuer ein. Schrangl von der FPÖ erwähnte außerdem die Notwendigkeit des Ausbaus des Fahrradnetzes. Eine ziemlich homogene Einstellung bei diesem Thema.

 

Nur beim Thema der Alternativen Lebensformen kommen sich die Kandidaten leicht in die Haare. Schrangl beteuerte, dass die Ehe nur zwischen Mann und Frau gedacht ist und jegliche Diskriminierung ohnehin schon beseitigt wäre. Fürlinger schloss sich dieser Meinung an und zweifelte gleichzeitig an der Richtigkeit einer Umfrage des Standards, in der 62% der österr. Bevölkerung für die Ehe für Alle wären. Die Grünen und Neos sind komplett gegenteiliger Auffassung: „Jeder soll doch bitte schmusen, mit dem er/sie will“, eröffnete Judith Raab ihr Statement zur Ehe für Alle. Dem konnte sich Julian Schmid nur anschließen.

 

Am Schluss durften die SchülerInnen noch einige Fragen stellen, die sich vor allem an ÖVP/FPÖ richteten und die Migrationspolitik behandelten.

 

Nach der Diskussion führte buntStifter eine Umfrage durch, welche/r Kandidat/in die SchülerInnen am meisten überzeugt hat. Hier ist wichtig zu erwähnen, dass sich die Umfrage nur auf die Podiumsdiskussion bezieht. Sie soll nicht das Wahlverhalten der StifterschülerInnen repräsentieren. Dazu gibt es allerdings auch schon eine Umfrage.

 

Mit 59% und damit einer absoluten Mehrheit konnte Judith Raab das Stiftergym überzeugen. Weit abgeschlagen überzeugte Julian Schmid 19% der knapp 400 SchülerInnen. Klaus Fürlinger reiht sich hinter den Grünen mit 13% ein. Von 8% empfanden Schrangl als den besten Kandidaten am Podium. Hermann Krist schneidet bei dieser Umfrage am schlechtesten ab; er kommt auf schwache 4%. 

 

von Felix Strasser

Kommentar schreiben

Kommentare: 0